gradraus

Was will die occupy-Bewegung?

Auch in Traunstein gab es eine occupy-Demonstration am 15.10.2011 mit 200 Teilnehmern (c) gradraus.de

Bei dem gut besuchten Treffen von attac Traunstein in der letzten Woche ging es um die Frage: Was will die oocupy-Bewegung? Nachdem auch in Traunstein im vergangenen Jahr am 15. Oktober auf dem Stadtplatz in Traunstein eine große occupy-Demonstration stattfand, (wir berichteten>>>) ist die Beschäftigung mit diesem Thema auch bei uns aktuell. Thomas Jacob aus Traunstein bot sich als Referent an und berichtete über die Entstehung der occupy-Bewegung. Demnach wurden in Amerika schon seit dem Sommer vorigen Jahres Vorbereitungen getroffen bis es schließlich am 17. September zur Besetzung des Zuccotti Parks in New York kam. In einem weitverbreiteten diesbezüglichen Aufruf hieß es lediglich, „Wer bereit wäre für einen Tahrir-Moment, solle nach Lower Manhatten kommen, Zelte, Küchen, friedliche Barrikaden aufbauen und die Wall Street besetzen“ – und Tausende kamen. Grundtenor war und ist bis heute die Empörung über ein Finanzgebaren, das die Gesellschaft immer mehr von den Profitinteressen Weniger abhängig macht und die Schere zwischen Reich und Arm immer größer werden lässt. Neben den basisdemokratischen friedlichen Diskussionen vor Ort in NewYork hat das Internet, insbesondere die sozialen Netzwerke facebook und twitter wesentlich zur Auseinansetzung und Verbreitung der Ideen beigetragen. So wurden trotz zurückhaltender Berichterstattung in den Medien, wie Zeitung, Radio und TV, Zeltlager (Camps) in vielen Städten in Amerika, Asien und Europa, darunter auch Berlin, Frankfurt (Main), Hamburg, Düsseldorf und Kiel errichtet. So entwickelte sich aus der Besetzung der Wallstreet bald eine globale Bewegung, die occupy-Bewegung. Bereits am 15.Oktober kam es so zu einer weltweiten Demonstration in über 950 Städten in 82 Ländern, an der bis zu einer Million Menschen teilnahmen.

Ein Leitspruch der von New York ausging lautet: „We are the 99%“. Mit dem einen Prozent sind damit jene gemeint, die durch ihre Finanzmacht und ihrem Vermögen auf die Politik bestimmenden Einfluss üben zum Nachteil der übrigen 99 Prozent der Bevölkerung. Einen ähnlich kurzen Slogan kennt man von den Montagsdemonstrationen der ehemaligen DDR, der die erfolgreiche deutsche Revolution begleitet hat: „Wir sind das Volk!“ Seit diesem 15. Oktober wurde in vielen Städten immer wieder demonstriert und sogenannte „Asamblea“ (Versammlungen) abgehalten. Inzwischen wurden auch Manifeste oder Forderungen schriftlich erstellt. Darin wird unter anderem festgehalten, was das Ziel der Bewegung sein soll: „Gewaltfreie Veränderung der jetzigen Gesellschaft hin zu einer gerechteren Gesellschaft mit echter Demokratie, einem humanen Wirtschaftssystem bis hin zu einer „ethischen Revolution“ . „Viele Menschen fragen sich weltweit, wie soll das Alles weitergehen? Aktienmärkte, Finanzakteure und Konzerne entscheiden über das Schicksal ganzer Länder und diktieren Regierungen ihre Politik. Was hat das noch mit Demokratie zu tun? Die Bürger fühlen sich entmündigt. Sie empfinden die Demokratie nicht länger als Herrschaft des Volkes, sondern als Herrschaft über das Volk“, heißt es eingangs beim Düsseldorfer Manifest. Die Empörung und der Protest sei erst der Anfang. Gemeinsam solle „nach Strategien und Lösungen gesucht werden, die frei von Feindbildern und frei von allem menschenverachtendem Gedankengut sind.“ Der gesellschaftliche Wandel werde als Prozess aufgefasst, in dem sich Forderungen und Lösungen entwickeln, wobei jeder Mensch eine Stimme habe. Es wird aufgerufen sich zu engagieren und mitzumachen gemäß der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, Artikel 21 Abs.1: „Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.“ Weiterführende Informationen mit weiteren Links zu anderen Gruppen in Deutschland findet man gut aufgelisted unter www.occupyduesseldorf.de. Im Verlauf des Abends wurde auch über die Übereinstimmungen zwischen den Forderungen der occupy-Bewegung und den verschiedenen Forderungen von attac Deutschland diskutiert und da man die Unterlagen nicht zur Hand hatte will man dies beim nächsten Treffen am 8. Februar genauer untersuchen.

Hier sind die Manifeste in Deutschland zu finden:

Düsseldorf>>>

Hamburg>>>

Berlin>>>

Frankfurt>>>    (konnte am 19.1.2012 nicht geöffnet werden!)

Occupy: Manifest des Gefühls>>>

 

Zur Diskussion lädt auf  facebook  occupy Traunstein>>>  ein

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Autor:
Datum: Donnerstag, 19. Januar 2012 1:10
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: ! Aktuell !, Bürgerinitiativen, Direkte Demokratie, Globalisierung, Korruption, Schuldenkrise, Wirtschaft

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren.
Pingen ist momentan nicht möglich.

Kommentar abgeben


Ihr Kommentar:

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.