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Tetra-Funk (BOS) auch in Waging
Wem soll man vertrauen?
Der Regierung oder den Kritikern?

Auch Waging bekommt einen 45 Meter hohen Sendemasten bei Otting zwischen Plosau und Oberleiten für den Tetra-Funk, wie in der letzten Gemeinderatssitzung am 30.6.2011 bekannt wurde.  Dieser Turm wird auf  dem privaten Grund eines Landwirtes errichtet. Offiziell geht es demnach nur um das Baurecht.

Die Bürgerinitiativen, die sich gegen diese  zusätzliche Verstrahlung durch Tetra-Funk ihres Umfeldes wehren, wachsen von Woche zu Woche. Allein in Bayern lehnen nahezu 100 Gemeinden die Einführung des Tetra-Funks ab und fordern ein Moratorium bis zur Klärung offener Fragen.

Gemeinde Palling hat sich gegen den Tetrafunk ausgesprochen

Der Gemeinderat der Nachbargemeinde hatte ursprünglich einstimmig für einen Sendemast gestimmt. Dann entstand Unmut in der Bevölkerung und eine Initiative -Terafunkfreies-Palling wurde gegründet. Es wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen abgehalten. Schließlich hat die Bürgerinitiative einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, die Entscheidung für den 40-Meter-Masten zurück zu nehmen. Damit verbunden war die Übergabe von 1402 Unterschriften von Tetrafunk-Gegnern. Am 10.2.2011 hat der Gemeinderat mit neun zu sieben Stimmen  für den Antrag der BI entschieden, den Beschluss vom Mai 2010 aufzuheben und auch für den 40-Meter Masten kein gemeindeeigenes Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Landesverband Bayern des Diagnose-Funk e.V. fordert ein Moratorium

Mit einem aktuellen Schreiben vom 25.5.11 hat sich der Diagnose-Funk e.V. – Landesverband  Bayern an die bayerischen Politi­ker in der Kommunal- und Landkreispolitik gewandt. Darin wird allen Kommunen empfohlen, die bisherigen Beschlüsse zur Genehmigung von Senderstandorten für den Digitalfunk zu überprüfen und ein Moratorium bei der Bayerischen Staatsregierung zu beantragen.  Darin heißt es u.a.:

„Aufgrund der technischen und zum Teil auch bereits finanziellen Krise des Projekts TETRA bei gleichzeitig hoher Bedeutung des BOS-Funks für das Gemeinwohl sind deshalb politische und öffentliche Kontrollen dringend erforderlich. Alle politischen Gremien (auch der Bayerische Landtag) sollten dazu unabhängige Sachverständigen-Meinungen einholen und die Praxiserfahrungen von Anwendern im In- und Ausland zur Kenntnis nehmen.

Solange die gegen dieses Projekt sprechenden Fakten nicht eindeutig widerlegt sind, ist der Einsatz von Steuergeldern auszusetzen und der Ausbau des Netzes in der Fläche zu stoppen. Am Ende der Überprüfungen müssen Lösungen stehen, die sowohl unseren Rettungskräften und den betroffenen Anwohnern, als auch den Finanzen der Kommunen und damit letztendlich den Steuerzahlern zugute kommen.“ (Das Schreiben ist hier nachzulesen>>>)

Staatssekretär Eck reagierte durch ein Schreiben an alle Kommunen

 

Als eine indirekte Reaktion auf die Forderung nach einem Moratorium, kann ein Schreiben von Staatssekretär Eck „An die Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Kommunen“ vom 29.06.2011 gewertet werden. Darin heißt es gleich zu Beginn:

„Aktuell werden unzutreffende Thesen contra Digitalfunk verbreitet. Die Behauptungen zur technischen Tauglichkeit und Sicherheit sowie zur Gesundheitsbelastung entbehren jeglicher technischer sowie wissenschaftlich fundierter Grundlage. Um diesen Desinformationen entgegenzuwirken, möchte ich Folgendes klarstellen:  ….. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine wissenschaftlich fundierten Indizien dafür, dass sich die bei TETRA verwendeten Funkwellen nachteilig auf die Gesundheit auswirken können. …… Experimentelle Laborstudien sowie Probandenstudien zeigten keinen gesundheitlichen Einfluss auf das Herzkreislaufsystem bzw. auf Nervenzellen bei Expositionen von TETRA-Signalen. …… Organisierte Mobilfunkgegner verunsichern in unverantwortlicher Weise die Bürger……. (Das Schreiben von Staatssekretär Gerhard Eck ist hier nachzulesen>>>)

Wie soll sich der engagierte Bürger verhalten?

Was soll man von dieser inzwischen massiv auftretenden Kontroverse halten? Zahlreiche Initiativen, die man dank Internet schnell findet, warnen vor den Folgen und dem offenbar untauglichen System. In München gab es technische Probleme mit dem neuen Digitalfunk. Nach zweieinhalb Monaten schaltete die Münchner Polizei den neuen Digitalfunk ab. Nun ist Waging an der Reihe. Wie werden die Bürger reagieren?

Kommentar:

Denkt man zurück an die bedenkenlose Einführung der Atomkraft: Auch damals haben Experten gewarnt und die Politik hat sich darüber hinweggesetzt.  Dem kritisch engagierten Bürger mögen besorgte Zweifel kommen. Wer hat diesmal Recht?  Und was wird es kosten? Vom ursprünglich einstelligen Betrag ist ein zweistelliger Milliardenbetrag geworden. Richtig wäre sicherlich, wenn alle Fakten unabhängig von den Wirtschaftinteressen der betroffenen Digitalfunk-Hersteller auf den Tisch zur erneuten Prüfung kämen und nach dem über 10 Jahre dauernden Desaster neu darüber nachgedacht werden würde. Denn die digitale Technik hat sich in den letzten Jahren so rasant weiterentwickelt, so dass das vor 10 Jahren anvisierte System heute inzwischen, wie vielfach behauptet wird, veraltet ist. Sicherlich auch in dem  Punkt, was die Strahlungsintensität betrifft und damit die Gefährdung der Einsatzkräfte. Zum Vergleich: An manchen Schulen wurden in dieser Zeit die Computer schon dreimal ausgewechselt, weil sie durch die Entwicklung überholt wurden. Von der Entwicklung der Handys ganz zu schweigen.

 

Weitere Information auch in unserem Artikel : Digitalfunk  Ausschreibung dreier Funkmasten in TS und BGL >>>

Zur Information eine Auswahl von Initiativen  und TV-Berichten zum Tetrafunk:

DIAGNOSE-FUNK  – Landesverband Bayern >>>

Fakten zum Tetrafunk (DIAGNOSE-FUNK)>>>

Moratorium zum Tetrafunk>>>

 

Tetrafunkfreies Palling>>>

Tetrafunkfreies Laufen>>>

Bürgerinitiative   Funkbewusstsein  Landkreis Rosenheim>>>

TV-Beitrag: Frontal 21  Digitalfunk unbrauchbar?>>>

TV-Beitrag: Vortrag in Burgkirchen>>>

TV-Beitrag: Tetrafunk – Die (un)heimliche Einführung in Bayern>>>

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Datum: Mittwoch, 6. Juli 2011 22:35
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