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Unüberbrückbarer Konflikt um Salzachbrücken

Der bayerische Landrat Georg Grabner (CSU) kritisiert den Salzburger Raumordnungslan-desrat Walter Blachfellner (SPÖ), weil sich dieser dis-tanziert zu weiteren Salz-achbrücken im Raum Obern-dorf/Laufen geäußert hat.

Faktum ist, dass an der Unteren Salzach EU-rechtlich streng geschützte Natura 2000-Gebiete bestehen. In Österreich beginnt das Schutzgebiet auf Höhe nördlich von Bergheim, in Bayern sind die Salzachauen ab der Saalachmündung nach Norden durchgehend nach der FFH-Richtlinie geschützt. Eingriffe in dieses Schutzgebietssystem sind nur ganz eingeschränkt und nach strenger Naturverträglichkeitsprüfung möglich. Außerdem unterliegt das Gebiet auf bayerischer Seite den Bestimmungen der Alpenkonvention. Diese wiederum enthält strenge Regelungen bezüglich neuer Straßenbauten.

Gegen jede Vernunft und Notwendigkeit

Mit diesen geltenden Rahmenbedingungen tut sich die Politik offenbar recht schwer. Trotzdem versuchen manche Politiker seit Jahren immer wieder, zuvorderst tut sich dabei Landrat Grabner hervor, neue Salzachbrücken quer durch das Schutzgebiet zu treiben und auch Salzach-Kraftwerke wider die geltenden Raumordnungsfestlegungen zu forcieren. Es verwundert daher auch nicht, dass von politischer Seite – gegen jeder Vernunft und Notwendigkeit – salzachquerende Straßenverbindungen im Freilassinger Becken in den sogenannten „Masterplan – kooperatives Raumkonzept für die Kernregion Salzburg“ hineinreklamiert werden.

Raumordnungslandesrat Blachfellner auf Distanz zu Salzachbrücken

Bei einer Veranstaltung der Salzburger Verkehrsinitiativen stand LR Walter Blachfellner jüngst Rede und Antwort zum Masterplan. Dabei nahm er die Sachargumente und die schon rein rechtlich bestehenden Hürden für die problematischen Brückenprojekte wahr. Es ist ihm zu danken, dass er gegenüber unrealistischen Brückenprojekten, die auch von Fachleuten der Raumordnung in ökologischer und wirtschaftlicher Sicht kritisch gesehen werden, auf Distanz geht.

Schareck lässt Salzachauen grüßen ….

Ebenso wie es in der Causa der geplanten Schareckerschließung – unterirdisch durch den Nationalpark Hohe Tauern – gravierende naturschutzrechtliche Probleme gegeben hätte, würde die (teure) Überbrückung oder auch die (noch teurere) Untertunnelung der Salzachauen – abgesehen von der Unwirtschaftlichkeit – auch EU-rechtlich kaum durchsetzbar sein. Landrat Grabner betreibt diesbezüglich Realitätsverweigerung und pocht weiter darauf, die Salzachbrücken im Masterplan zu verankern. Das Projekt Salzachbrücke wird aber ebenso Schiffbruch erleiden wie die Stollenbahn auf das Schareck ad acta gelegt wurde, meint der Naturschutzbund Salzburg.

Text: Hannes Augustin

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Datum: Dienstag, 8. Februar 2011 17:49
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