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Glyphosat oder Der Krieg gegen die Natur muss aufhören

Glyphosat der Der Krieg gegen die Natur

Foto: Alexandra Poller

Die Goldsteig Käsereien in Cham haben aktuell ein Glyphosatverbot für ihre 3.300 Milcherzeuger beschlossen. Die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG haben im Oktober letzten Jahres dasselbe getan: Ihre Zulieferer, 1800 Milchbauern in unserem Raum, verzichten zukünftig auf den Gebrauch von Totalherbiziden. Die Privatkäserei Bergader in Waging am See kann sich zu diesem Schritt noch nicht entschließen. Ihre Begründung: Derzeit gibt es kein gesetzliches Verbot.

Am Beispiel Glyphosat hat uns unsere Politik es mit ihrem Vertreter Christian Schmidt (CSU) – Bundestagsabgeordneter und Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft – jüngst demonstrativ bewiesen: Politische Entscheidungen werden im Sinne der Wirtschaft, für die Konzerne, getroffen. Die Stimmen des Volkes zählen nicht.

Wir Bürger können uns offensichtlich nicht darauf verlassen, dass in unserem Namen gehandelt wird. Einmal in vier Jahren unsere Stimme abzugeben und zu hoffen, dass wir mit unseren Anliegen vertreten werden – das ist ein Trugschluss.

Nun beginnt die phantastische Geschichte einer aus dem Volk heraus gewachsenen Bewegung für Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.

Regional und kommunal wird bürgernahe Politik gemacht. In kleinen Einheiten werden im Sinne des Gemeinwohls gute Entscheidungen getroffen.

Nutzt es dem Menschen?

Nutzt es der Umwelt?

Nutzt es dem Frieden?

Das sind Fragen, die bei Entscheidungsfindungen immer gestellt werden sollten.

Nach vielen bundesweiten Unterschriftsaktionen für den Verbot von Glyphosat in den letzten Monaten entschieden die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG im Oktober letzten Jahres den Verzicht auf Glyphosat bei den Zulieferern. 1.800 Milchbauern werden in unserem Raum den Gebrauch von Totalherbiziden unterlassen. Dafür sollten wir Bernhard Pointner, Geschäftsführer dieser Milchwerke, dankbar sein. Seine Entscheidung, die einstimmig vom Aufsichtsrat getragen wurde, trägt maßgeblich zur Enkeltauglichkeit unserer Wirtschaft in der Region bei. Der Landkreis Berchtesgadener Land denkt an, ein glyphosatfreier Landkreis zu werden.

Aus der Euphorie heraus, dass solch Wunder wahr werden können, wandte ich mich an die Geschäftsführung der Firma Bergader Privatkäserei GmbH in Waging am See mit dem Anliegen, die Möglichkeit eines Glyphosatverbotes auch für deren Betrieb anzudenken. Die Antwort aus der Abteilung Unternehmenskommunikation war kurz und enthielt die Standardantwort, die viele andere, die nachfragten, per E-Mail bekamen: Die gesetzliche Situation sei verpflichtend, „derzeit gibt es kein Verbot.“

Doch damit ist die Sache für mich nicht erledigt. Nach dieser Antwort habe ich beschlossen, die Sache bei mir auf Wiedervorlage zu legen.

Projekt: „Steter Tropfen höhlt den Stein“

Auf der To-do-Liste steht unter anderem auch, die ARTE-Dokumentation „Chronisch vergiftet – Monsanto und Glyphosat“ zu verbreiten. Für diejenigen die nicht bis zum Schluss durchhalten: Am Ende spricht der Schweinezüchter davon, dass er nach Ausstrahlung der Dokumentation, in der Bilder der missgebildeten Ferkel veröffentlicht wurden, viele Briefe von Eltern bekommt mit Fotos von Säuglingen, die ähnliche Missbildungen an Extremitäten und im Gesicht haben. Die Anzahl der Fehlbildungen bei den Ferkeln stieg proportional zur nachgewiesenen Menge von Glyphosat im Tierfutter.

Die zweite Sache: Ich werde mich an Landrat Siegfried Walch wenden mit der Bitte, den Landkreis Traunstein, in dem ich wohne, auch mit der Auszeichnung „Glyphosatfreier Landkreis“ zu krönen.

Jetzt im Januar haben sich die Goldsteig Käsereien in Cham für ein Glyphosat Verbot für deren 3.300 Milcherzeuger entschieden. Goldsteig orientiere sich damit am Wunsch der Verbraucher, argumentiert das Unternehmen. Danke fürs Zuhören und proaktiv Zukunft gemeinwohlorientiert gestalten, kann ich da nur sagen.

Ein Mitarbeiter von Goldsteig schrieb mir, dass dieser Weg der einzige richtige sei. Er denkt, es werden in nächster Zeit sehr viele Molkereien nachziehen.

Neben dem Einsatz in der Landwirtschaft wird Glyphosat auch im privaten Bereich mit dem Handelsnamen Round-Up erfolgreich vermarktet. Hier kann jeder bei sich selbst anfangen, seinen persönlichen Glyphosat Ausstieg zu gestalten.

In Bayern haben wir 113.000 landwirtschaftliche Familienbetriebe, 6.358.000 Privathaushalte. Hoffentlich bald alle ohne Totalherbizideinsatz!

Und das bleibt das Ziel! Ich habe einen Traum!

Die Probleme des 21. Jahrhunderts dürfen nur friedlich gelöst werden.

Frieden nicht nur unter den Menschen, den Familien, den Völkern, den Religionen, den Geschlechtern und Nationen, sondern auch mit der Natur.

Alexandra Poller

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Datum: Mittwoch, 17. Januar 2018 10:08
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Ein Kommentar

  1. 1

    Hier mein Brief an den Landrat, vielleicht hat einer von Euch auch Lust einen Brief zu schreiben.

    Landratsamt Traunstein
    z. Hd. Herrn Landrat Siegfried Walch
    Papst-Benedikt-XVI.-Platz

    83278 Traunstein

    Kirchanschöring, 16.01.2018

    Glyphosatfreier Landkreis Traunstein

    Sehr geehrter Herr Landrat Walch,

    vielen Dank für Ihre Aktionen „Jahr der Biene 2016“ und „Blühender Landkreis 2017“ in den letzten Jahren. Als Naturfreunde und Imker haben wir uns sehr gefreut darüber!

    Ich habe in den letzten Monaten die Diskussion um das Totalherbizid Glyphosat verfolgt und mir wurde bewusst, dass auf Europaebene und Bundesebene zu diesem Thema keine bürgernahen Entscheidungen getroffen werden.

    Deshalb möchte ich mich heute an Sie wenden und Sie bitten, darüber nachzudenken, den Landkreis Traunstein zu einem Glyphosatfreien Landkreis zu machen.
    Eine Entscheidung wie diese würde Ihre Aktionen der letzten Jahre unterstreichen!

    Ich freue mich auf Ihre Antwort
    Friedliche Grüße

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