gradraus

Gewerbegebiet statt Wald, Wachstum statt Klimaschutz

Haidforst Traunstein

Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Der Stadtrat Traunstein hat mehrheitlich beschlossen, das Gewerbegebiet Nord zu erweitern. 15 Hektar Wald sollen dafür abgeholzt werden. Eine sinnvolle und notwendige Maßnahme? Evi Knauer aus Traunstein meint: Nein. Hier ihre Argumentation.

Jetzt also doch: Bei der letzten Stadtratssitzung wurde mit 18:6 Stimmen die Erweiterung des Gewerbegebiets Traunstein Nord an der Industriestraße beschlossen. 15 Hektar Wald bis zur Gemeindegrenze Nußdorf sollen dafür gerodet werden. Auch die SPD stimmte entgegen ihrer Meinung im Jahr 2011, als es um Ansiedlung eines Güterterminals ging, für die Abholzung.

Im Vorfeld eines Gesprächs mit einer SPD-Stadträtin wegen dieser Kehrtwende wurde mir erwidert, dass sich in der Zwischenzeit eben die Zeiten geändert haben. Das kann ich durchaus bestätigen, sie haben sich im rasanten Klimawandel wirklich verändert: Monsunartige Starkregen, heurige Sommertage meist über 30 bis 37 Grad. Wer sonst, als der Wald als Wasserspeicher, Sauerstoffspender usw. kann diese extremen Wetterereignisse für uns abpuffern?

Mir erscheint es fragwürdig, ob es bei diesen 15 Hektar Gewerbegebiet dann auch bleiben wird. Schon einmal im Jahr 2011 waren 29 Hektar geplant. Ist erst der Kreisverkehr gebaut, eröffnen sich sowohl im Osten der B304 (hinter dem Waldfriedhof) als auch westlich der bestehenden Industriestraße verheißungsvolle Möglichkeiten!

Als aufmerksame Zuhörerin bei der letzten Stadtratssitzung sind mir die verschiedenen Redebeiträge seitens der Stadträte in guter Erinnerung. Die Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ wurde als eine Gruppe „Gspinnerter, ewig Gestriger und Leutaufwiegler“ bezeichnet. Anzumerken ist hier, dass kein Einziger dieser Gruppierung jemals gegen eine notwendige Erweiterung bestehender Betriebe an derIndustriestraße war und ist!

Ein CSU-Stadtrat, der zuvor leidenschaftlich für die Erweiterung des Gewerbegebiets plädiert hat, lobt wenig später unseren Stadtförster Fischer für den hervorragenden Waldumbau von Fichtenbestand in einen ökologisch wertvollen Mischwald. Leider haben die 150.000 Quadratmeter, deren Abholzung nun beschlossen wurde, diese Chance nicht mehr. Mehr ist dazu nicht zu sagen!

Evi Knauer

 
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Datum: Mittwoch, 23. August 2017 21:27
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Ein Kommentar

  1. 1

    Es würde mich sehr interessieren, wer bei der angesprochenen Stadtratssitzung den Begriff „Leutaufwiegler“ verwendet hat.

    Solch ein Begriff gehört nach meinem Dafürhalten in einen Ständestaat, nicht aber in eine egalitäre Gesellschaft.

    Ich finde dies sehr beunruhigend.

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