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Bürgerinitiative zeigt alternative Standorte
für Drogeriemarkt in Waging auf

Liste für das Bürgerbegehren gegen Rewe/Rossmann. Foto: gradraus

Foto: gradraus

In wenigen Tagen können die Waginger ihre Stimme für oder gegen die Ansiedlung eines großflächigen Einzelhandels an der Ottinger Straße abgeben. Die Gemeinderatsliste ÖDP hat sich eindeutig zu dem geplanten Standort positioniert – und zwar dagegen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens warnen vor einer Verödung des Ortskerns und setzen auf Alternativen. Welche genau sind das? Gemeinderatsmitglied Georg Huber erklärt sie anschaulich.
Wo genau gibt es in Waging alternative Flächen?
Es gibt meiner Meinung nach starke Alternativen zum Standort an der Ottinger Straße, die mit weniger Flächenverbrauch und näher am Ortszentrum verwirklicht werden können.  Eine der favorisierten Alternativen  befindet sich rechts und links neben der Salzburger Straße (Babl-Feld und ehemaliges Gebäude Froschkönig).
 
Soll denn hier nur ein Lebensmittelmarkt hinkommen ?
Nein, auf jeden Fall ein Lebensmittelmarkt und eine Drogerie  – je nach Variante hat eventuell sogar noch ein drittes Geschäft Platz.
 
Soll dann ein Netto statt Rewe kommen ?
Nein, nicht unbedingt. Wie Walter Wimmer, einer der Initatoren des Bürgerbegehrens, auf der Informationsveranstaltung am Montag dargelegt hat, gibt es verschiedene Optionen. Welche dann aber wirklich umgesetzt werden kann, wagen wir heute nicht zu prognostizieren. Denkbar und möglich wären zum Beispiel Edeka + „Budnikowski“; Netto + dm; Penny + Rossmann – oder auch Rewe + Rossmann.
 
Sind diese Vorschläge überhaupt umsetzbar ?
Walter Wimmer hat sich die Flächenangaben von einem Projektplaner und einem Edeka- und einem Netto-Fachmann (Expansionsleiter) erklären und zusammenstellen lassen. Die Vertreter von Rewe und Rossmann bestreiten zwar die Möglichkeit der Umsetzbarkeit, doch klar ist: Wenn die Gemeinde schon die Gestaltungsfreiheit für die Ansiedelung von Drogerie- und Lebensmittelmarkt hat, kann sie hier unserer Meinung nach klar Vorgaben machen. Wie der Expansionsleiter von Rossmann in einem Gespräch sagte, werden zwar gerne auch Standorte im Ortsinneren wahrgenommen, aber wenn dann ein Mitbewerber auf der grünen Wiese käme, wäre er der Verlierer. Diese Aussage bestätigt meine Ansicht „Nur wenn wir jetzt beim Bürgerentscheid den geplanten Standort auf der grünen Wiese stoppen, kann sich eine praktikable Lösung in der Ortsmitte finden lassen“.
 
Wie könnte das Verkehrsproblem gelöst werden ?
Meiner Meinung nach besteht das größte Verkehrsproblem der Salzburger Straße im Einfahrtsbereich zur Umgehungstraße: Dieses Problem haben wir aber von der Ottinger-/ Martinstraße her zur Umgehungsstraße auch. Dies kann man bei der Aral-Tankstelle aber eher durch einen Kreisverkehr lösen als beim Lidl. Falls sich ein Kreisverkehr nicht realisieren ließe, müsste vermutlich eine Ampellösung kommen.
 
Gibt es eine Lösung des Parkplatzproblems ?
Diese Frage ist zugegebener Weise in der Salzburger Straße deutlich schwieriger als in der Ottinger Straße. Aber wenn ich den Flächenverbrauch eindämmen möchte, dürfen wir meiner Meinung nach nicht einfach die Parkplätze auf die grüne Wiese bauen (weil dies billiger ist), sondern wir müssen uns überlegen, wo wir eventuell Tiefgaragen oder Parkhäuser errichten können. Ich persönlich könnte mir gut eine Tiefgarage unter dem Friedhofsparkplatz oder auch auf dem Babl-Feld vorstellen. Wenn aber die 120 Stellplätze an der Ottinger Straße das Parkplatzproblem für die Ortsmitte lösen sollen, bedeutet das im Umkehrschluss doch, dass die Kunden der Ottinger Straße nur dort draußen einkaufen und nicht mehr ins Ortszentrum kommen. Das kann niemand wollen.

Steht denn die Fläche vom ehemaligen Froschkönig überhaupt zur Verfügung ?
Ja, Herr Lanzersdorfer hat mir im Gespräch bestätigt, dass er hier eine Ladenfläche von etwa 500 Quadratmetern errichten und natürlich auch vermieten möchte. Eine Drogerie wäre möglich. Übrigens baut Herr Lanzersdorfer hier flächensparend, da er  für seine Mieter/Kunden auch eine Tiefgarage einplant.
 
Wie weit sind die Planungen an der Ottinger Straße und könnte es sein, dass die Umsetzung gefährdet wird ?
Die Verfahren sind erst am Anfang. Sowohl beim Flächennutzungsplan als auch beim Bebauungsplan müssen erst noch alle Stellungnahmen abgearbeitet werden. Interessant ist eine Stellungnahme der Regierung von Oberbayern, dass Rewe mit 1450 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Ottinger zwar genehmigt werden könnte, aber Rossmann keine 800, sondern maximal mit 160 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen dürfte. Diese Stellungnahme der Regierung kenne ich selber erst seit seit zwei Tagen und sie wird derzeit juristisch geprüft.
 
Gäbe es auch noch weitere Alternativen als die Salzburger Straße ?
Ja, wie Walter Wimmer auf der Veranstaltung aufgeführt hat, gäbe es viele andere Ideen/Vorschläge (mit meist noch geringerem Flächenverbrauch). Aber man muss ehrlich sagen, dass dies durchwegs kleinere Lösungsvorschläge sind und nicht Drogerie + neuen Lebensmittelmarkt an einem Standort ergeben würden. Wenn man „aus diesem Paket“ aber mehrere Maßnahmen umsetzen könnte, wäre es sicher auch eine gute Gesamtlösung.

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Datum: Donnerstag, 29. Juni 2017 0:01
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Ein Kommentar

  1. 1

    Seit es in Tittmoning den Edeka, den Lidl und den Rossmann draußen vor den Toren gibt, ist es tatsächlich nicht mehr möglich so etwas Banales wie z. B. Klopapier am Stadtplatz, also im Stadtzentrum zu kaufen. Alte und gehbehinderte Menschen ohne Auto müssen jetzt mindestens 500 m laufen, um einkaufen zu können. Dafür können sie wählen, ob sie ihr Klopapier beim Rossmann, Lidl oder Edeka erwerben wollen. Was ist das für eine Städteplanung???

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