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Bürgerbegehren in Waging: 600 Unterschriften gesammelt, 1000 sind das Ziel

Der schöne Ortskern von Waging am See soll belebt bleiben. Foto: Waging bewegt

Der schöne Ortskern von Waging am See soll belebt bleiben. Foto: Waging bewegt

Die Initiatoren des Waginger Bürgerbegehrens melden sich zu Wort. Erfreut bedanken sie sich für die zahlreichen Unterschriften, die bisher bereits abgegeben wurden. Wenn die nächsten drei Wochen nur halb so gut laufen, wie die ersten drei, könnte die 1000er Marke erreicht werden, meint Walter Wimmer, einer der Initiatoren. Zugleich appelliert er, die Initiative durch Unterschriften weiter zu unterstützen. Es geht um die Ansiedlung eines Drogeriemarkts im Markt Waging, in einer Größe, die zum Ort passt. 

Walter Wimmer erläutert Zielsetzung und aktuellen Stand des Bürgerbegehrens: „Laut den letzten Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt würden die Unterschriften eventuell schon reichen. Allerdings sind viele Unterschriftenzeilen unvollständig oder nicht lesbar. Deshalb rufen wir alle die uns unterstützen wollen auf, ihre Unterschriftenlisten abzugeben bei den angegebenen Geschäften oder bei den Initiatoren persönlich oder per Post, die Adressen sind auf den Listen abgedruckt.

Bitte tragen Sie Vorname, Nachname, Straße und Hausnummer, Geburtsdatum mit Wohnhaft in der Gemeinde Waging leserlich ein und unterschreiben Sie. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir die erste Hürde sicher schaffen werden. Es dürfen alle unterschreiben, es werden jedoch nur die Unterschriften von den Bürgern gezählt, die in Waging wahlberechtigt sind. Deshalb ist das Adressfeld 83329 Waging bereits vorgedruckt. Es freut uns, dass auch viele aus der Verwaltungsgemeinschaft unterschreiben, leider können diese Unterschriften aber nicht gewertet werden.

Viele Waginger, vor allem junge Familien fassen unsere Aktion als Protest gegen eine Drogerie auf beziehungsweise gegen eine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit. Noch einmal zur Klarstellung: Wir sind für eine Drogerie, wir sind für einen Lebensmittelladen. Aber wir sind gegen den Standort und die geplante Größenordnung. Der geplante Rossmann alleine ist größer als der Edeka-Markt von Bernhard Böhr. Er wird im Sortiment nicht nur Drogerieartikel führen, der Laden wird nur wirtschaftlich betrieben werden können, wenn er auch Schreib- und Spielwaren verkaufen kann. Das wird die Läden im Ortskern sicher nicht stärken, ihre Verwaisung wird voran schreiten.

Selbst wenn der Edeka-Böhr 2019 schließt, brauchen wir keinen Lebensmittelvollsortimenter, der beinahe dreimal so groß ist wie der jetzige Lebensmittelmarkt. Der vielfach heraufbeschworene Versorgungsengpass im Sommer, wenn Saison ist am See, ist meines Erachtens schon weit hergeholt. Wenn man, weil es manchmal zu ungünstigen Zeiten zu etwas längeren Wartezeiten kommt, oder weil vereinzelt bestimmte Waren vergriffen sind, von einer Versorgungslücke spricht, reden wir doch wirklich von einem Luxusproblem, oder? Zudem hat dann der Supermarkt am Kurhaus auch geöffnet. Ich denke ein Lebensmittelmarkt mit rund 1000 Quadratmeter wird dem Bevölkerungswachstum gerecht und ermutigt regionale oder ortsansässiger Geschäftsleute, den Laden selbst zu betreiben. Als der Pennymarkt geschlossen wurde, hieß es, in der Lage könne man kein Geschäft machen. Ist der geplante Standort wirklich besser?

Wir wollen den schön hergerichteten Ortskern stärken! Waging soll Zentrum der regionalen Vermarktung werden, damit die Ökomodellregion erkennbar und erlebbar wird. Das Investoren Großprojekt Rewe/Rossmann wirkt diesem Ziel entgegen. Weder regionale Produkte noch regionale Betreiber werden bei diesem Projekt berücksichtigt. Der Investor CEC Consult hat seinen Sitz in Neuburg am Inn (Niederbayern Nähe Passau) und ist tätig in der Grundstücksentwicklung für Gewerbe und Wohnbau.

Das Ortsbild ist ein entscheidender Faktor bei dem von Professorin Pröbstl-Haider in Bearbeitung befindlichen Tourismuskonzept. Naturtourismus ist danach nur möglich, wenn intakte Ortschaften vorgefunden werden und bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch hier geht das Investorengroßprojekt in eine ganz andere Richtung. Die Vorhaben mit ihren Zielsetzungen widersprechen sich.

Wir wollen eine sachliche Auseinandersetzung mit Argumenten, wie es in einer funktionierenden Demokratie üblich ist. Die Bürger sollen entscheiden, in welche Richtung sich Waging entwickelt. Das Bürgerbegehren verläuft friedlich. Wir wollen keine Schlammschlacht. Wir bitten die Medien um sachliche und informative Darstellung des sicherlich nicht ganz einfachen Themas.

Die Initiatoren freuen sich über weitere Unterschriften. Aktive Unterstützung und Mithilfe für unsere Initiative, ist in jeglicher Form jederzeit willkommen. Melden Sie sich einfach bei uns.“

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Datum: Samstag, 18. März 2017 11:38
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