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Waging: Bürgerbegehren gegen Rewe/Rossmann-Ansiedlung läuft gut an – es gibt Alternativen

Liste für das Bürgerbegehren gegen Rewe/Rossmann. Foto: gradraus

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Waging am See. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind mit dem bisherigen Rücklauf der Unterschriften zufrieden. „Es läuft“, bestätigt auch Jutta Böhr vom Edekamarkt im Ortsinneren, einem von vielen Geschäften, in denen die Unterschriftenlisten ausliegen und abgegeben werden können. Meldungen, dem Bürgerbegehren drohe bereits das Scheitern, nehmen die Initiatoren mit Gelassenheit zur Kenntnis.

Damit die Unterschrift von der Gemeindeverwaltung gewertet werden kann, sind, wie die Initiatoren betonen, folgende Punkte zu beachten: Vor- und Zunamen leserlich schreiben, vollständige Straßenbezeichnung, Geburtsdatum, Unterschrift nicht vergessen. Unterschreiben dürfen nur Personen, die in Waging wahlberechtigt sind. Annähernd 600 Unterschriften müssen erreicht werden, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen.

Wer daheim auf einer Liste unterschreiben will, kann diese dann bei folgenden Waginger Geschäften abgeben: Bei den beiden Apotheken Hümmer und Schuster, im Reformhaus Neher, in den beiden Bioläden Fageth und Streitwieser, im Fotostudio Matzelberger, Mode Lebacher, Ambiente Hohenadl, Hotel Eichenhof, Fleisch & Wurst Perschl und bei den drei Edeka-Märkten Böhr, Neubach und Peschka. Einige Geschäftsleute seien, wie Walter Wimmer, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, berichtet, „beschimpft und unter Druck gesetzt worden, weil sie das Bürgerbegehren auf diese Weise unterstützen“.

Das Bürgerbegehren werde auch von Gemeinderäten aus den Fraktionen der Grünen, ÖDP und der Freien Wähler unterstützt, so Wimmer weiter. Dies allein zeige, dass der Bürgerwille im Vordergrund stehe. Und er stellt dazu fest, nach Auffassung derer, die das Bürgerbegehren organisieren, stehe das Investoren-Großprojekt am falschen Ort und sei viel zu groß dimensioniert: „Wie viele Waginger wünschen auch wir uns einen Drogeriemarkt in einer Größe, die zu Waging passt. Wir wollen keinen Größenwahn in Waging. Wir wollen eine nachhaltige Ortsentwicklung und damit einen städtebaulichen ,Donut-Effekt’ verhindern.“ Dieser Ausdruck bedeutet, dass die Orte am Rand aufgebläht werden, der Ortskern aber dadurch in sich zusammenbricht, Beispiele hierfür gebe es genug, so Wimmer.

Die Entscheidung für die Ausweisung der „Sonderfläche“ Einzelhandel an der Ottinger Straße war vom Bürgermeister damit begründet worden, dass dadurch wieder mehr Leute in Waging einkaufen sollen. Wimmer: „Wir halten dieses Argument für falsch, da durch die Ansiedelung des Einzelhandelsgiganten weit weg vom Ortskern genau das Gegenteil erreicht wird. Muss in Waging der gleiche Fehler gemacht werden, wie er andernorts schon vielfach gemacht wurde?“

Die Initiatoren seien, wie Wimmer betont, keineswegs rückwärtsgewandt, ganz im Gegenteil: Sie möchten Waging in die Ökomodellregion integriert sehen und wollen deswegen eine nachhaltige, zukunftsorientierte Ortsentwicklung. Die Bürger sollen sich selbst ein Bild davon machen, welche Alternative zeitgemäß ist. Denn es gebe alternative Möglichkeiten für einen Drogeriemarkt in Waging, sind die Initiatoren überzeugt, sowohl den Standort betreffend als auch mögliche Betreiber. Das Bürgerbegehren, so der Wunsch der Initiatoren, solle einen Ortsentwicklungsprozess anstoßen, der alle Beteiligten an einen Tisch bringt – damit eine Lösung erarbeitet werden kann, zum Wohle der Waginger Bürger, „für jetzige und zukünftige Generationen“, wie Walter Wimmer sagt und wünscht.

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Datum: Donnerstag, 9. März 2017 18:02
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