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Dringlich: Zersiedelung in Bayern stoppen

Die Flächenversiegelung schreitet in Bayern unaufhaltsam voran. Foto: gradraus

Die Flächenversiegelung schreitet in Bayern unaufhaltsam voran. Foto: gradraus

60 Hektar Gewerbeflächen seien im Landkreis Traunstein unbebaut, doch die Kommunen weisen für neue Projekte immer weitere Gebiete aus, wie zuletzt für die Firma Brückner in Tittmoning. Diese Kritik wurde vergangene Woche auf der Diskussionsveranstaltung „Beton frisst Heimat“ in Fridolfing laut. In einem Dringlichkeitsantrag fordern die Grünen im Bayerischen Landtag, die Bayerische Kulturlandschaft zu schützen und die Zersiedelung zu stoppen. Die Staatsregierung solle die vorgesehene Lockerung des Anbindegebots im Landesentwicklungsprogramm ersatzlos streichen.

Die bislang geltenden Grundsätze und Ziele zum Schutz der Landschaft vor Zersiedelung sollen weiterhin Bestand haben, heißt es in dem Antrag. Darüber hinaus fordern die Grünen die Staatsregierung auf, von der geplanten Erleichterung sogenannter Zielabweichungsverfahren abzusehen. Zur Begründung schreiben die Grünen: „Das heute gültige Anbindegebot ist ein wirksames Instrument der Landesplanung. Es schützt uns vor Flächenfraß und Zersiedelung.“

Die Dörfer und Städte können sich nach Auffassung der Grünen an dieser landesplanerischen Leitplanke orientieren und sinnvoll und nachhaltig entwickeln. Doch: „Die Staatsregierung will diese Leitplanke jetzt abschaffen. Sie schickt die Kommunen in einen Konkurrenzkampf, bei dem es nur wenige Gewinner aber viele Verlierer geben wird. Eine nachhaltige Entwicklung wird nicht durch eine ziel- und orientierungslose Ausweisung neuer Gewerbe- und Industriegebiete auf der grünen Wiese erreicht.“ Das Gegenteil sei der Fall. Die geplante Lockerung des Anbindegebots beschleunige die Zerstörung wertvoller Ackerböden und natürlicher Lebensräume. Es drohe die Gefahr, dass Bayerns Kulturlandschaften dauerhaften Schaden erleiden.

Statt bewährte Instrumente der Landesplanung abzuschaffen sollten vielmehr neue Konzepte für eine ausgewogene Entwicklung in den Ortskernen entwickelt werden. Der Antrag Zersiedelung stoppen wurde im Plenum des Bayerischen Landtags noch nicht behandelt.

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Datum: Dienstag, 14. Februar 2017 6:12
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LK TS für Flyout