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Fluchtursache Freihandel?

Kirchstein Freihandel EPA FreihandelsabkommenEs wurde schon viel debattiert über die Freihandelsabkommen zwischen der EU, Kanada und den USA, CETA und TTIP. Die öffentlichen Protestbewegungen gegen diese Abkommen waren und sind noch immer sehr intensiv. Kaum jemand interessiert sich aber für Freihandelsabkommen unter dem Namen EPA (Economic Partnership Agreement = Wirtschaftspartnerschaftsabkommen) zwischen der EU und Gruppen afrikanischer Staaten. In Kirchstein kann man demnächst mehr darüber erfahren.

Der Unterschied zwischen CETA und TTIP einerseits und den EPA-Abkommen andererseits: Bei letzteren gibt die EU den Ton an und setzt die Afrikaner unter enormen Druck. Der entsteht vor allem durch die Androhung des Entzugs von Entwicklungshilfen, wie zum Teil schon geschehen. Durch die Abkommen werden Staaten zudem verpflichtet, keine Importzölle auf teilweise hochsubventionierte Produkte aus der EU zu erheben. Die Wirtschaften dieser Länder, denen der EU weit unterlegen, werden dadurch massiv beeinträchtigt oder sogar zerstört.

Als Resultat dieser Abkommen entsteht Arbeitslosigkeit und Armut – beides wichtige Ursachen für eine Flucht aus diesen Staaten. Zudem sind die Regierungen dort nicht selten korrupt und unterdrückerisch, wenn es nicht gar um Diktaturen handelt, die sich lediglich den Anschein von Demokratie geben.

Einer, der sich mit diesen Verhältnissen und Zusammenhängen bestens auskennt, kommt am 26. Januar um 19.30 Uhr für einen Vortrag und eine Diskussion zur attac-Gruppe Rupertiwinkel ins Alte Schulhaus in Kirchstein. Es ist Rolf-Henning Hintze, Journalist und selbst attac Mitglied. Er war neun Jahre als Journalist und in der Entwicklungshilfe in drei Ländern im südlichen Afrika tätig. Hintze arbeitete auch als Redakteur bei der Frankfurter Rundschau, dem NDR und der Deutschen Welle und gehört seit zehn Jahren der Redaktion der Zeitschrift „afrika süd“ an.

Alle, die sich für die Effekte von Freihandelsabkommen jeglicher Art und deren Auswirkungen, auch auf „Normalbürger“, insbesondere der Verarmung breiter Teile der Weltbevölkerung und den zunehmenden Fluchtbewegungen interessieren, sind herzlich zu diesem Abend eingeladen.

Alois Albrecht

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Datum: Mittwoch, 18. Januar 2017 16:09
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