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Waginger See – Naturjuwel in Gefahr

Gülleeintrag_Bild aus der Sendung Unkraut

Gülleeintrag – Bild aus der Sendung Unkraut

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, wann wird sich endlich etwas ändern? Das fragt ein Beitrag im Bayerischen Fernsehen über den Waginger See. Der ökologische Zustand des Sees verstößt nach wie vor gegen die EU-Richtlinie für saubere Gewässer. Das Umweltmagazin „Unkraut“ des Bayerischen Fernsehens hat nachgefragt, was sich seit der Petition vieler Bürger an den Bayerischen Landtag  („Rettet endlich den Waginger See“) vor zwei Jahren getan hat. Das Resultat ist ernüchternd – und beunruhigend.

Von der Auszeichnung als Ökomodellregion ist in dem Beitrag nicht die Rede – bewirkt hat sie bei dem gravierenden Problem bislang wenig. Im Waginger See landen jedes Jahr fast 12 Tonnen Phosphat – das meiste aus der Gülle von den Feldern. Der Phosphatgehalt ist im Jahr 2015 sogar wieder angestiegen. Erklärung dazu aus dem Wasserwirtschaftsamt: Die Natur ist komplex und reagiert nicht gleich so wie wir das wünschen oder erwarten. Aber fest steht: Es gibt ziemlich viele Felder rund um den Waginger See – also viel Gülle. „Die landet bei Regen in den Zuflüssen, weil der lehmige Boden wenig Wasser aufnimmt“, so heißt es im Beitrag. Und weil die Gülle gerade bei bevorstehendem Regen verstärkt auf die Felder ausgebracht wird, muss man hinzufügen.

Hinzu kommt: Die Grünstreifen zwischen Feldern und Bächen sind oft zu schmal. Breite Gewässerrandstreifen, die frei von Gülle bleiben, sind in ganz Deutschland gesetzlich vorgeschrieben – außer in Bayern. Die Folgen sind am Waginger See zu beobachten. Der Autor des Beitrags Moritz Pompl bringt das Problem auf den Punkt:

Sehenswert ist die gesamte „Unkraut“-Sendung vom vergangenen Montag zum Thema „Klimawandel: Geht Bayern baden?“

Autor:
Datum: Freitag, 29. Juli 2016 14:27
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Ein Kommentar

  1. 1

    Im Vorspann zur „Unkraut“-Sendung schreiben Sie, die Ökomodellregion
    habe bisher wenig bewirkt, in Bezug auf die Gewässerreinhaltung. Der
    Ökolandbau bringt Vorteile für den Gewässerschutz, durch Verzicht
    auf leicht lösliche mineralische Phosphordünger, geringeren Zukauf
    phosphorreichen Kraftfutters, niedrigere Viehbestände, sparsamen
    Umgang mit organischem Dünger u.a.m. Seit Start der Ökomodellregion
    ist das Umstellungsinteresse deutlich gestiegen, in der
    Ökomodellregion gab es im Schnitt mehr umstellungswillige Betriebe
    als im übrigen Landkreis. Die Engpässe auf dem Biomilchmarkt lassen
    derzeit aber leider kaum noch eine Umstellung zu. Das bleibt noch 2-3
    Jahre so. Umstellung auf Ökolandbau ist außerdem ein langfristiger
    Prozess, der Zeit braucht, manchmal auch größere Investitionen, die
    nicht aus dem Ärmel geschüttelt werden können. Die Unterstützung
    des Ökolandbaus – und extensiver Landwirtschaft – ist trotzdem am
    Waginger See der richtige Weg, denn Ökolandbau bringt außer für den
    Gewässerschutz noch weitere Vorteile mit sich und ist für immer mehr
    Landwirte ein zukunftsfähiger Weg, auf dem sie einen angemessenen
    Preis für ihre Produkte bekommen und dem Wachstumszwang weniger stark
    ausgesetzt sind. Man sollte den gemeinsamen und innovativen Weg der
    Gemeinden in der Ökomodellregion unterstützen – es gibt hier zwar
    keine schnellen Erfolge, dafür aber lang anhaltende mit positiven
    Nebenwirkungen. Also: bitte Biomilch und Bioprodukte aus der Region
    kaufen, das dient dem Gewässerschutz!

    Marlene Berger-Stöckl
    Projektmanagerin der Ökomodellregion

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