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Autobahnausbau A8: Wie geht es weiter, was ist geplant?

A8 bei Siegsdorf. Foto: gradraus

A8 bei Siegsdorf. Foto: gradraus

Diese Fragen stellt und beantwortet eine Informationsveranstaltung mit Marlies Neuhierl-Huber, der Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Ausbau A8 -Bürger setzen Grenzen“, zu der der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen am Freitag nach Übersee einlädt. Die Veranstalter erläutern dazu:

„Der Bund ist zuständig für den Bau, Ausbau und den Erhalt von Schienenwegen, Autobahnen, Bundesstraßen und Wasserstraßen. In regelmäßigen Abständen werden deswegen Bundesverkehrspläne erstellt, der letzte war der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2003. Eine Gesamtplanung für alle Verkehrsträger wäre wünschenswert, jedoch wird offensichtlich auch diesmal wieder die Chance einer sinnvollen, umweltpolitischen, aber auch sozial gerechten Verkehrsplanung vertan. Nach wie vor liegt der Schwerpunkt im Straßenbau.

Deswegen ist es auch nicht erstaunlich, dass das Verkehrsministerium mit dem Entwurf zum neuen Plan sogar die selbstgesteckten Umweltziele, nämlich die Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen und Schadstoffen, die Begrenzung der Inanspruchnahme von Natur und Landschaft, der Verminderung des Flächenverbrauchs, der Reduktion von Lärmemissionen nicht erfüllen wird. Gemäß einer EU-Vorgabe konnte die Öffentlichkeit im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung vom 21. März bis einschließlich 2. Mai zu den Umweltauswirkungen des gesamten BVWP-Entwurfs, aber auch zu den darin enthaltenen Einzelprojekten Stellungnahmen abgeben. Mit großer Unterstützung ihrer Mitglieder hat die Bürgerinitiative „Ausbau A8-Bürger setzen Grenzen“ Einwände sowohl zum Gesamtplan, als auch zum Einzelprojekt Ausbau A8 abgegeben. Diese sind auf der Homepage der Bürgerinitiative einzusehen.

Sehr aufschlussreich war das Dossier zum A8-Projekt, denn es bestätigt die Meinung der Bürgerinitiative, dass ein sechsstreifiger Ausbau der A8 von Rosenheim bis zur Bundesgrenze überdimensioniert und überflüssig ist. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis wird mit 1,2 angegeben und ist damit für eine verkehrlich angeblich so hoch belastete Autobahn erstaunlich niedrig, genaugenommen grottenschlecht. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser schlechte Wert auch nur mit Tricksereien erreicht wurde. Würde ehrlich gerechnet werden, dürfte es keinen sechsstreifigen Ausbau der A8 von Rosenheim bis zur Grenze geben. Nicht ein 6+2 Ausbau auf 36 Meter, sondern ein 4+2 auf 28 Meter müsste im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgeführt werden. Eine Autobahn mit vier Fahrstreifen auf 28 Meter ist vollkommen ausreichend. Standstreifen und Lärmschutz sind allerdings unverzichtbar. Mit Hilfe der Daten aus dem Bundesverkehrsministerium wird die Bürgerinitiative weiter um diese einzig sinnvolle Ausbauvariante kämpfen.“

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Datum: Dienstag, 14. Juni 2016 8:39
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