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Mülldeponie bei Wasserburg: Bedenken wegen zusätzlicher Asbestbelastung bestätigt

Wasserburg. Foto: gradraus

Wasserburg. Foto: gradraus

Die Firma Zosseder, die in Odelsham bei Wasserburg eine Müll-Deponie für Bauschutt errichten will (Gradraus berichtete), hat auf Drängen der Behörden ein Gutachten zur Asbestbelastung vorgelegt. In diesem Gutachten wird erstmals berichtet, dass Asbestfasern beim Betrieb einer solchen DK1-Deponie freigesetzt werden. Die Bürgerinitiative Wasserburger Land sieht ihre Befürchtungen damit bestätigt.

„Da im Gutachten mit nicht nachvollziehbaren Annahmen die Freisetzung von Asbest kleingerechnet wird, befürchten wir, dass ein Vielfaches vom Errechneten freigesetzt wird“, erklärt Roger Diller, Vorsitzender der Bürgerinitiative. „Aus den Unterlagen wird nun auch deutlich, dass nicht nur hochgiftiger Abfall aus der näheren Region deponiert werden soll, sondern aus ganz Oberbayern. Der befürchtete „Mülltourismus“ ist also auch als reale Belastung zu sehen,“ ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Hans Brunnlechner. Ob die Herkunftsgebiete nicht noch erweitert werden und so zum Beispiel gefährliche Abfälle aus Italien oder anderen Ländern eingeführt werden, könne man nicht mehr effektiv kontrollieren, wenn die Deponie erst einmal genehmigt sei, so Brunnlechner weiter.

Ein Bedarf an einer weiteren DK-1 Deponie für die Region sei laut dem Abfallbericht des Bayerischen Landesamt für Umwelt nach wie vor nicht gegeben. Insbesondere, weil in Neuötting eine weitere DK-1 Deponie entstanden sei, die eventuellen Mehrbedarf abdecken könnte.

Informationsveranstaltung am 21. April in Wasserburg

Die Bürgerinitiative möchte alles tun, um die Deponie doch noch zu verhindern. Bei einer eigenen Informationsveranstaltung am 21. April ab 19.30 Uhr in den Paulanerstuben in Wasserburg soll über die Erkenntnisse der Akteneinsicht bei der Regierung von Oberbayern berichtet werden. Außerdem wird es drei Infostände der Bürgerinitiative in der Wasserburger Hofstatt geben, am Samstag den 2., 9. und 16. April jeweils von 10-14 Uhr. Hier liegen auch Muster- und Sammeleinwendungen gegen die geplante Deponie aus, die Betroffene ausfüllen können.

Die Einwendungsfrist zum Planfeststellungsverfahren endet am 4. Mai 2016, bis dahin können Bürgerinnen und Bürger ihre Einwendungen noch an die Regierung von Oberbayern schicken oder sie bei der Stadt Wasserburg oder der Gemeinde Babensham abgeben.

Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land e.V.

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Datum: Montag, 4. April 2016 7:56
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