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Chiemsee: Was soll aus dem Inseldom werden?

Chiemsee Inseldom

Der Inseldom auf Herrenchiemsee. Foto: Praschnicker CC BY-SA 3.0

84 Immobilien im Besitz des Freistaates Bayern stehen derzeit leer. So auch der brachliegende Inseldom auf Herrenchiemsee. Die CSU-Fraktion des Bayerischen Landtags fordert nun zu diesem Gebäude einen Bericht der Staatsregierung. Das einmalige Kulturgut sollte einer öffentlichen Nutzung erschlossen werden, so die Antragsteller. Dabei sollte die wechselvolle Geschichte des Gebäudes dargestellt und erlebbar gemacht werden.

Die Staatsregierung wird aufgefordert, dem Landtag bis Ende Juni des Jahres 2016 einen Bericht und ein entsprechendes Nutzungskonzept vorzulegen. Der 1676/78 barocke „Inseldom“ war einst Domkirche sowie Domstiftskirche. Im Zuge der Säkularisation und der Aufhebung von Herrenchiemsee 1803 wurde der gesamte Besitz des Klosters wurde öffentlich versteigert. Insel und Gebäude wechselten mehrmals den Besitzer. Seit vielen Jahren setzt sich die „Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee“ mit über 400 Mitgliedern für die Zukunft des Doms ein. In der Begründung des aktuellen Antrags heißt es: „Als man 1818 im ehemaligen „Inseldom“ eine Brauerei einrichtete, wurden Chor und Türme des Gotteshauses abgebrochen und im Langhaus Zwischendecken eingezogen, die Statuen und Grabplatten zum Teil in den See geworfen. Die Zerstörung des Inseldoms nahm von da an mit wechselnden Besitzern, verbunden mit verschiedensten Nutzungen, seinen Lauf.“

Weiter heißt es: „Der „Inseldom“ liegt bis heute allerdings brach und die Zukunft des verwaisten Doms auf der Herreninsel ist bislang nicht geklärt. Bereits verschiedene Institutionen haben sich Gedanken über die Zukunft des Inseldoms gemacht (Freunde von Herrenchiemsee, Hochschule für angewandte Wissenschaften Rosenheim etc.) und die Konzeptvorschläge der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen vorgestellt. Bislang wurde aber keines der Konzepte weitergehend geprüft oder alternative Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Dabei sollte jedoch ein museales und veranstaltungs- beziehungsweise nutzungsorientiertes Konzept angestrebt werden, das zum einen die Zeitgeschichte in seiner Gänze berücksichtigt, gleichzeitig aber auch eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation bietet.“

Der Antrag mit der Drucksachennummer 17/8891 wird zunächst im Landtags-Ausschuss für Wissenschaft und Kunst behandelt, bevor er ins Plenum kommt.

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Datum: Freitag, 6. November 2015 12:58
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