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Fridolfinger Salzachbrücke viel zu teuer

Dies ist der Standort, an dem die 43 Mill. Euro Brücke mit über 10 Meter Höhe errichtet werden soll.

Fridolfing / Traunstein.  In einer Stellungnahme zum Sachstandsbericht zur Salzachbrücke bei Fridolfing sieht sich der Vorsitzende Sepp Frech des Vereins „Vernunft statt Salzachbrücke“ darin bestätigt, dass die Salzachbrücke bei Fridolfing ein Bauwerk ist, das nicht gebaut werden wird. „Bedauerlicher Weise hat man inzwischen bis zu zwei Millionen Euro an Planungs- und Untersuchungskosten buchstäblich in den Sand gesetzt, die dem Steuerzahler übel aufstoßen werden.“

In der Kreisausschusssitzung am vergangenen Dienstag im Landratsamt wurde deutlich, dass der Bau inzwischen bis zu 43 Millionen Euro und mehr kosten werde. „Vergleicht man die Kosten mit der 4,5 Kilometer langen Traunsteiner Umfahrung, die einen 725 Meter langen Tunnel und 9 Brücken beinhaltet und vergleichsweise „nur“ 53 Millionen kosten wird, dann ist diese Fridolfinger Brücke ein absolutes Luxusprojekt, dass seinesgleichen sucht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist so weit unter 1, dass ein Bau finanziell nicht zu verantworten wäre. Hinzu kommt, dass die Fridolfinger Brücke nur regionale Bedeutung haben soll, also für vier Gemeinden gebaut wird! Nach den hochgerechneten Prognosen des Verkehrsgutachtens für das Jahr 2025 werden die beiden in nächster Nähe gelegenen Brücken in Tittmoning und Laufen zusammen mit lediglich 2000 Fahrzeugen am Tag entlastet. Im Vergleich zur Traunsteiner Umfahrung rechnet man dort damit, dass die Stadt mit einem Durchgangsverkehr von 25 000 Fahrzeugen entlastet wird und dass auch noch der Verkehr der Kreisstraße 2105 von Waging mit etwa 12 000 Fahrzeugen durch den Tunnel geschleust wird. “

Weiter heißt es: „ Der Verein hat schon vor eineinhalb Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass wegen der geringen Bedeutung des Bauwerkes im FFH-Gebiet nicht gebaut werden könne. Trotzdem hat man die Planung und die kostspieligen Untersuchungen fortgesetzt, in der Hoffnung, dass wenn man die Auflagen erfülle, doch gebaut werden könne. Allein für diese Umweltschutzauflagen ist man jetzt bereit 5,2 Mill. Euro zusätzlich auszugeben.“  Sepp Frech meint: „Was aber der Brücke endgültig das Aus bescheren wird, ist der schlechte Untergrund, mit seiner bis zu 72 m tiefen Seetonschicht. Ausgerechnet diese tiefe Seetonschicht befindet sich im Bereich des auf 200 m ausgeweiteten Flussbettes. Das Wasserwirtschaftsamt verlangt in diesem Bereich eine sichere Tiefengründung, um ein Durchbrechen der Flusssohle zu verhindern.“ Wie Ulrich Kühn vom Verein erfahren hat, ist das Einbringen von Hülsenrohren für die Tiefengründung bis in eine solche Tiefe extrem schwierig, wenn nicht unmöglich, weil der Druck des Seetons so groß ist, dass diese Rohre stecken bleiben. Die damit verbundenen Kosten wären nicht vorhersehbar. Gleichzeitig warnt Ulrich Kühn vor der geplanten Salzachbrücke bei Triebenbach südlich von Laufen: „Bevor man überhaupt mit der aufwändigen Planung beginnt, sollte man den Untergrund sehr genau prüfen, ob man in diesem anderen Seetonbecken eine Brücke, die ja auch über 10 Meter aufgeständert werden muss, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten überhaupt bauen kann.“
„Genau das ist offenbar bei der Fridolfinger Brücke versäumt worden. Landrat Steinmaßl hat sich bei seiner Machbarkeitsstudie auf die Geologen verlassen und nun will er eine Denkpause einlegen. Das ist begrüßenswert, wenn jetzt das Nachdenken einsetzt. Wem letztendlich der Vorwurf für ungenügende Vorausplanung zu machen ist, wird noch zu prüfen sein“, meint Sepp Frech.

Eine schelmische Anmerkung konnte sich der Vorsitzende der Vereins „Vernunft statt Salzachbrücke nicht verkneifen: „ Bei den Probepfahlbohrungen ist ein Abfall entstanden, ein 30 Meter langes Hülsenrohr mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern, gefüllt mit armierten Beton. Wie wäre es, wenn man dieses Rohr in der Nähe des Standortes an der B 20 senkrecht oder etwas schräg als Mahnmahl oder Denkmal aufstellt, als Symbol dafür, dass hier bis zu zwei Millionen Steuergelder buchstäblich in den Sand gesetzt wurden?“

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Datum: Freitag, 19. November 2010 18:00
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Ein Kommentar

  1. 1

    Selbst wenn die Brücke kostengünstig gebaut werden könnte, wäre dieses Bauvorhaben abzulehnen. Für diese Ablehnung gibt es – auch abgesehen von der Kostenfrage – vernünftige Gründe. Der Philosoph Immanuel Kant stellte allerdings fest, dass der Besitz der politischen Macht das freie Urteil der Vernunft korrumpiert. Die Verantwortlichen dieses Bauprojekts geben ein treffendes Beispiel dafür ab.

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