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Neue Salzachbrücke in Tittmoning:
Oberösterreich informiert konkret über Standortvarianten

Salzachbrücke Tittmoning

Salzachbrücke in Tittmoning

Tittmoning / Ostermiething. Auf Anfrage von Gradraus gibt der stellvertretende Landeshauptmann von Oberösterreich, Franz Hiesl, Auskunft über die von österreichischer Seite in Betracht gezogenen Standorte für eine neue Salzachbrücke. Dabei handelt es sich um sieben „grundsätzliche Alternativen, die eine vergleichende Betrachtung der Auswirkungen auf die Europaschutzgebiete ermöglichen sollen.“ Letzten Endes läuft alles auf den bestehenden Standort in Tittmoning hinaus. Die Varianten 1 – 5  gehen von einem Brückenneubau am jetzigen Standort in Tittmoning aus. Detaillierte Machbarkeitsstudien dazu wurden noch nicht erstellt. Variante 6 scheidet aus, da dieser Standort „aufgrund der Bestimmungen eines verordneten Naturschutzgebietes auf oberösterreichischer Seite nicht genehmigungsfähig“ sei, so Markus Langthaler vom Büro des stellvertretenden Landeshauptmanns gegenüber Gradraus.  Von der Variante 7 am Standort Riedersbach / Fridolfing ist keine Rede mehr, nachdem dieser sich als Millionengrab herausgestellt hat.

Im Beisein von bayerischen und oberösterreichischen Bürgermeistern und Gemeinderatsmitgliedern hatte Franz Hiesl bei einem Pressetermin Anfang Dezember im oberösterreichischen Ostermiething verkündet, dass Oberösterreich 15 Millionen Euro für eine neue Salzachbrücke bei Tittmoning bereitstellen werde. Nun warte man auf die Reaktion der bayerischen Staatsregierung. Einer Presseerklärung der Landeskorrespondenz von Oberösterreich zufolge werden sieben Standortvarianten geprüft. Gradraus fragte deshalb bei Hiesl nach, wo genau sich diese möglichen Standorte befinden. Anders als vom Landratsamt in Traunstein gewohnt, erhielt Gradraus von österreichischer Seite problemlos Auskunft und darüber hinaus eine Karte mit den möglichen Varianten, die wir hier veröffentlichen.

Neuer Brückenstandort wird der alte sein

6 Varianten für eine Salzachbrücke Foto: Büro LHStv. Franz Hiesl

Sechs Varianten für eine Salzachbrücke , Ausschnitt -Foto: Büro LHStv. Franz Hiesl

Demnach bleibt von den möglichen sieben Standortvarianten nur der alte Brückenstandort in Tittmoning übrig. Fünf der sieben Varianten beziehen sich auf die Brücke an der jetzigen Stelle. Dabei bleibt die Zufahrtsstraße auf oberösterreichischer Seite gleich. Bei Variante 1 wird der umstrittene steile und enge Gerberberg als Lösungsmöglichkeit betrachtet. Die Varianten 2 bis 5 unterscheiden sich dadurch, dass die Zufahrt zur Brücke auf bayerischer Seite nicht über den Gerberberg erfolgen sollen, sondern von Süden kommend östlich an der Stadt vorbei am Salzachufer entlang führen. Die Abzweigung von der Bundesstraße 20 könnte entweder kurz vor dem Stadttor oder vor dem Friedhof oder in der Höhe von Schmerbach liegen. Eine sechste Variante von Schmerbach direkt über die Salzach nach Oberösterreich scheidet aus Naturschutzgründen aus. Variante 7 liegt viel weiter südlich in der Nähe von Fridolfing, dem Wohnort des ehemaligen Landrats, Hermann Steinmaßl, der die Planung dort maßgeblich veranlasst hat. Diese Planung hat bereits 1,4 Millionen Steuergelder verschlungen und wird wegen der zu erwartenden hohen Baukosten von über 40 Millionen und den schützenswerten FFH-Gebieten nicht mehr in Betracht gezogen.

Salzachbrücke Tittmoning Varianten

Gesamtübersicht über die sieben Varianten

Die neue Brücke ist wieder eine Staatsbrücke

Da die Brücke über die Salzach bei Tittmoning eine Staatsbrücke ist, gehen die oberösterreichischen Anfragen nicht mehr an das Landratsamt Traunstein, sondern direkt an das bayerische Staatsministerium. Die ursprünglich geplante Salzachbrücke bei Fridolfing sollte auf deutscher Seite vom Landkreis Traunstein als Landkreisbrücke gebaut werden und hat somit den Etat des Landkreises mit der Hälfte von 1,4 Millionen Euro belastet. Gemäß Vereinbarung übernimmt Oberösterreich die andere Hälfte.

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Datum: Dienstag, 23. Dezember 2014 10:51
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Ein Kommentar

  1. 1

    Die Varianten 4 und 5 sind ebenfalls nicht möglich, weil sie auf der bayerischen Seite über weite Strecken im FFH-Gebiet verlaufen. Dabei beeinträchtigt V4 ein hoch bedeutsames Amphibienbiotop, V5 darüber hinaus den Hainacher Deich mit hoch bedeutsamen Orchideenbeständen. Auch V3 tangiert das FFH-Gebiet und V2 ist den Tittmoninger Bürgern nicht zuzumuten, also bleibt nur V1 als einzige genehmigungsfähige Variante!

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