gradraus

Bürgermeinung zu:
Salinenpark und Stadtentwicklung

Salinenpark Traunstein Millionenspende

Stadtmodell im Heimathaus Traunstein © Franz Baumann

Für das Ja der Stadratsmehrheit zum Salinenpark sprechen gute Gründe. Der vorgesehene Platz in unmittelbarer Nähe der alten Salinenhäuser könnte besser nicht geeignet sein.  Eine generöse Spende ermöglicht die Verwirklichung des Projekts ohne Belastung des Stadtsäckels. Das Gelände könnte, wenn die Stadt den Zuschlag bekäme, sinnvoll für die Landesgartenschau genutzt werden. Wegen der Auflagen des Denkmalschutzes ist das Areal für ein Hotel nur bedingt geeignet. Warum elf CSU- und UW-Stadträte eine Millionenspende ausschlagen und das Projekt Salinenpark zu Fall bringen wollten, bleibt mir unverständlich. Da bietet ein Spender, der aus nachvollziehbaren Gründen namentlich nicht genannt werden will, der Stadt über den „Förderverein Alt-Traunstein“, dessen Aktivitäten und Akteure bekannt und geschätzt sind, eine zweckgebundene Spende von einer Million Euro an. Wo Anerkennung und Dankbarkeit für Engagement und Bürgersinn angebracht wären, spricht die CSU von einem „unmoralischen Angebot“ (handelte es sich um eine Parteispende, deren Herkunft die Öffentlichkeit nicht erfahren sollte, könnte ich die Erregung verstehen). In Kenntnis der angespannten Haushaltslage der Stadt (nächstes Jahr Neuverschuldung!) eine Landesgartenschau mit noch nicht bezifferbaren Kosten zu befürworten, aber die Millionenspende für einen Salinenpark im Herzen der Stadt auszuschlagen, passt argumentativ nicht zusammen.

Höhere Einkommen- und Gewerbesteuer-Einnahmen wären durchaus wünschenswert. Wer jedoch die ungezügelte Ausweisung von Gewerbegebieten fordert, täte gut daran, die Traunsteiner Realität – von Siegsdorf, Bergen, Erlstätt, Matzing kommend oder vom Hochberg aus – anzuschauen: unsern Fleckerlteppich an Gewerbegebieten, vorzugsweise in Südlage. Eine große überregionale Zeitung beschrieb vor kurzem Traunstein als „…eine Stadt, die seit vielen Jahren geradezu tragisch erfolgreich darin ist, ihre Einfallstraßen mit möglichst hässlichen Gewerbebauten zu verschandeln.“

Die Fehlentwicklungen von gestern und heute sind die Hypotheken von morgen. Ungebremster Expansionsdrang geht zu Lasten der begrenzten Ressource Boden/Natur. Maßvoller Umgang mit ihr verhindert, dass „spätere Generationen uns dafür verfluchen“, wie ein Stadtrat in einem ganz anderen Zusammenhang formulierte. Von den künftigen Beschlüssen der Entscheidungsträger wünsche ich mir, dass sie mit Augenmaß getroffen, weniger von parteitaktischen Überlegungen und mehr vom Sinn für Gesamtverantwortung bestimmt sind.

Franz Baumann, Traunstein

Anmerkung: Die hervorgehobenen Textpassagen aus dem Leserbrief vom 18.12.2014 hat das Traunsteiner Tagblatt gestrichen.

 

 

Tags »

Autor:
Datum: Samstag, 20. Dezember 2014 10:38
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: ! Aktuell !, Bürgerinitiativen, Kommunalpolitik, Kultur - Kultur - Kultur, Traunstein

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren.
Pingen ist momentan nicht möglich.

Kommentar abgeben


Ihr Kommentar:

Hier finden Sie kommunalpolitische Nachrichten aus den Landkreis-Gemeinden, Ankündigungen, Tagesordnungspunkte, Berichte von Gemeinderatssitzungen und ähnliches …

weiterlesen >>>

LK TS für Flyout