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Region Traunstein zeigt Alternativen zur Wachstumsidiologie auf –
im Film „Wachstum, was nun?“ auf Arte

Für den Film „Wachstum, was nun?“ hat die französische Journalistin Marie-Monique Robin auch im Landkreis Traunstein gedreht – Arte-Sendung am Dienstag, 4.10.14, 20.15 Uhr

Filmemacherin Marie-Monique Robin Dreharbeiten Traunstein ©Hans Eder

Marie-Monique Robin bei den Dreharbeiten in Traunstein ©Hans Eder

Traunstein. Die französische Investigativ-Journalistin und Filmemacherin Marie-Monique Robin ist weltweit bekannt, vor allem durch ihre Gentechnik-kritischen Filme „Monsanto, mit Gift und Genen“ und „Unser täglich Gift“. Aber auch durch Aufzeigen positiver landwirtschaftlicher Alternativen in dem Film: „Zukunft pflanzen – Bio für 9 Milliarden“. Jetzt hat sie einen neuen Film gedreht, der sich unter der Überschrift „Sacrée Croissance“ („Heiliges Wachstum“), um die Frage dreht, warum Wirtschaftswachstum zu einem Dogma der Politik erhoben worden ist und welche negativen Folgen damit verbunden sind. In ihrem Drehbuch zeigt sie Alternativen dazu auf, unter denen auch regionale Währungen eine Rolle spielen, so wie der Chiemgauer. Aus diesem Grund sind für den Film zahlreiche Szenen mit Personen und Firmen aus Stadt und Landkreis Traunstein gedreht worden. Der Fernsehsender Arte zeigt den Film am kommenden Dienstag (4. November) um 20.15 Uhr.

Anlass waren Chiemgauer und Regiogeld-Kongress

Marie-Monique Robin mit Christophe Levannier (Firma Schürnbrand Traunstein) ©Hans Eder

Marie-Monique Robin mit Christophe Levannier (Firma Schürnbrand Traunstein) ©Hans Eder

Anlass für Marie-Monique Robin war im Mai vergangenen Jahres der Regiogeld-Kongress, den die Verantwortlichen der Regionalwährung Chiemgauer in großem Stil auf und um den Stadtplatz organisiert hatten. Dies war erste Etappe für den neuen Film, der den deutschen Titel „Wachstum, was nun?“ trägt. Damals waren prominente Redner nach Traunstein gekommen, und das Filmteam von Robin sprach mit einigen von ihnen, unter anderen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Nico Paech und mit Margrit Kennedy, der international renommierten Geldexpertin und Kritikerin der herrschenden Wirtschaftsordnung.

Besucht wurden darüber hinaus auch eine ganze Reihe von Akteuren der Chiemgauer Regionalwährung. Es gab ein ausführliches Gespräch in der Firma Schürnbrand, ist doch Firmeninhaber Christophe Levannier Vorsitzender des Chiemgauer-Vereins und von Anbeginn einer der leidenschaftlichsten Befürworter und „Missionare“ des Regionalgeldes. Gesprächspartner von Robin war natürlich auch Christian Gelleri, der Gründer des Chiemgauer.>>>>

Viele Traunsteiner Unternehmen arbeiten mit dem Chiemgauer zusammen

Bernhard Hennes ( Geflügelbetrieb Langenspacher Hof ) mit Marie-Monique Robin©Hans Eder

Bernhard Hennes vom       Geflügelbetrieb Langenspacher Hof  mit Marie-Monique Robin ©Hans Eder

Weitere Drehtermine mit der Filmemacherin, die bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet worden ist, gab es bei Bernhard Hennes, dem Inhaber des Geflügelbetriebs in Langenspach bei Erlstätt, bei der Schlossbrauerei Stein, beim Waldkindergarten Traunstein, beim Traunsteiner Bauernmarkt, bei Biofair Traunstein und bei der Firma Naturhaus – alles Unternehmungen, die mit dem Chiemgauer zusammenarbeiten.

Regiogeld als Antwort auf das weltweite Spekulationsgeld

Mit ihrem Film will Marie-Monique Robin unter anderem die Botschaft verbinden, dass Regiogeld eine Antwort auf das jetzige Finanzsystem sein könne, in dem nur fünf Prozent der Geldmenge die Realwirtschaft betreffen, der Rest ausschließlich Spekulationszwecken dient. Aus diesem Grund werden in diesem Film auch Referenten des Regiogeld-Kongresses 2013 in Traunstein zu Wort kommen, die zu den Themen Regiogeld und Postwachstumsökonomie etwas zu sagen haben.

„Lokale Heldinnen“ setzen sich für  solidarische Welt ein —von immer mehr“ auf „immer besser“ 

Eine verbindende Rolle in diesem Film spielt die Traunsteinerin Heike Polster. Sie stand Marie-Monique Robin als Chiemgauer-Verbraucherin einen Tag lang zur Verfügung und ist in diesem Film eine von neun Frauen aus der ganzen Welt, die als Beispiel für den Übergang in eine Postwachstums-Gesellschaft stehen sollen. Diese Frauen – aus Europa, Asien und Südamerika – engagieren sich in den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Energie und Finanzen. Sie sind weder politische Aktivistinnen noch Intellektuelle, sondern „lokale Heldinnen“, wie es in dem Film heißt, die sich hier und jetzt für eine solidarischere Welt einsetzen. Unabhängig von ihrer sozialen oder geographischen Herkunft liegt ihnen vor allem das Glück ihrer Kinder und Kindeskinder am Herzen – eine starke Motivation, um von „immer mehr“ auf „immer besser“ umzusteigen.

Experten warnen vor grenzenlosem Wachstum

Wie sie, so eine weitere Botschaft des Films, machen sich immer mehr Experten für ein Ende des grenzenlosen Wachstums stark. Im Norden und Süden der Welt experimentiert man mit neuen Wirtschaftsmodellen und erzielt inzwischen erste Ergebnisse. So zeichnen sich neue, umweltbewusste und regionalisierte Modelle ab, die die Menschheit für absehbare Probleme wie Klimawandel, Mangel an fossilen Brennstoffen und Finanzkrisen besser wappnen könnten. Solche Alternativen, die sich bereits bewährt haben, werden in diesem Film aufgezeigt, der auch mit pädagogischem Material begleitet wird. Es gibt dazu Bücher, DVDs, viele kleine zusätzliche Filmbeiträge und eine Wanderausstellung, die man gerne auch in Traunstein sehen würde.

 

Wachstum, was nun

WACHSTUM, WAS NUN?>>>>

Dienstag, 04. November um 20:15 Uhr (93 Min.)
Wiederholung am Freitag, 07.11. um 8:55 Uhr
Wiederholung am Samstag, 15.11. um 11:55 Uhr

Autor:
Datum: Sonntag, 2. November 2014 11:36
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