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Aus für Kraftwerk an der unteren Salzach zwischen Freilassing und Laufen – Naturpark Salzachauen soll verwirklicht werden

Naturpark Salzachauen Haus der Natur/Zangl

Naturpark Salzachauen    Haus der Natur/Zangl

Salzburg. Während bayerischen Politiker zwischen Laufen und Freilassing und auch der Berchtesgadener Landrat Grabner sich im Mai diesen Jahres noch Hoffnungen gemacht haben, dass an der unteren Salzach ein Flusskraftwerk gebaut wird, schaffen Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler und Landesrat DI. Dr. Josef Schwaiger auf österreichischer Seite Fakten, die einen Kraftwerksbau unmöglich machen. Der Grund: Nördlich von Salzburg ab Bergheim wird das Land Salzburg einen „Naturpark Salzachauen“ auf einer Fläche von rund neun Quadratkilometern errichten. Ein an diesem Standort geplantes Kraftwerksprojekt sei damit de facto gestorben, sagte Energie- und Wasserbau-Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) am Mittwoch vor Journalisten. In der Salzburger Landeskorespondenz vom 29.10.14 heißt es zum Projekt Naturpark Salzachauen: Die Salzachauen heute Trotz der tiefgreifenden Veränderungen in den vergangenen 150 Jahren blieb zwischen Anthering und Oberndorf ein bis zu zwei Kilometer breiter geschlossener Auwaldstreifen mit großer biologischer Vielfalt erhalten. In diesem kommen zahlreiche gefährdete und geschützte Arten vor.

Auen der Salzach um 1829 - Panoramabild von Michael Sattler

Auen der Salzach um 1829 – Panoramabild von Michael Sattler

Dennoch weist das Gebiet gravierende ökologische Defizite auf. Der geradlinige Flusskanal der Salzach gräbt sich immer tiefer in sein Bett ein und ist von den begleitenden Auwaldresten weitgehend entkoppelt. Bei Hochwasser drohen weitere unkontrollierte Eintiefungen, die stetige Gefahr für Oberndorf und Laufen bergen. Eine Anhebung der Flusssohle und dynamische Verzahnung mit dem Auwald ist daher sowohl für den Hochwasserschutz als auch in ökologischer Hinsicht dringend erforderlich. In den zentralen Maßnahmen decken sich also die Anliegen von Hochwasserschutz und Naturschutz.  „Der Naturpark Salzachauen ist ein Idealfall, weil viele Interessen unter einem Dach vereint werden können: Natur- und Artenschutz ebenso wie der Hochwasserschutz. Und es entsteht ein Naturerlebnisraum im Salzburger Zentralraum, der mit der Lokalbahn und dem Radwegenetz bestens erschlossen ist. Zudem ist die Fläche ein wesentlicher Beitrag zur Nachnominierung für das EU-Netzwerk Natura 2000. Die Sicherung dieses Naturraumes ist mir ein ganz besonderes Anliegen“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Rössler.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler und Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger

Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler und Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger

Hochwasserschutz wird erheblich verbessert „Die geplante umfangreiche Flussaufweitung wird das Gebiet nicht nur landschaftlich und ökologisch enorm aufwerten, sondern es auch ermöglichen, den Hochwasserschutz an der unteren Salzach erheblich zu verbessern. Es entstehen Überflutungsräume, die Hochwasserspitzen aufnehmen können. Dort wo die Möglichkeit besteht, den Flüssen wieder Raum zu geben, soll diese auch genützt werden. Das ist neben dem technischen Hochwasserschutz eine wichtige zweite Säule, um Siedlungsräume vor Überschwemmungen zu schützen. Ich bin zuversichtlich, dass die Vision vom Naturpark Salzachauen in die Realität umgesetzt werden kann und werde mich dafür weiterhin einsetzen“, sagte Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger. Einzigartiges Potenzial für einen dynamischen Naturfluss Ein Konzept aus dem Haus der Natur, das vom Land Salzburg beauftragt wurde, sieht umfassende ökologische Verbesserungen sowie eine durchdachte Zonierung für Natur und Mensch vor. Im Bereich von Flusskilometer 52 bis 56 kann durch umfangreiche Aufweitungsmaßnahmen ein dynamischer Naturflussbereich mit einer Breite von bis zu 400 Metern entstehen. Dabei werden einerseits Bereiche des Auwaldes abgesenkt und andererseits die Flusssohle angehoben und gesichert. Fluss und Au treffen einander auf einem Niveau und werden – zusammen mit renaturierten Altarmen und Aubächen – wieder miteinander verzahnt. Vielfältig strukturierte Flussufer und Auengewässer, dynamische Schotterflächen sowie Abfolgen von weicher und harter Au schaffen ein breites Spektrum an Lebensräumen. Das bietet eine nachhaltige Lebensgrundlage für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten und zugleich ein außergewöhnliches Naturerlebnis: So kann laut vorliegendem Konzept aus dem Haus der Natur synchron zur Renaturierung ein rund neun Quadratkilometer großer Naturpark entstehen.

Aulandschaft_H.Wittmann LKS

Aulandschaft  /H.Wittmann  Landeskorrespondenz Salzburg

Ein neues Miteinander für Natur und Mensch Im Naturpark Salzachauen gibt es unzählige Möglichkeiten, mit der Natur in Beziehung zu treten. Ein übersichtliches Netz aus Wander- und Radwegen nimmt Rücksicht auf schutzbedürftige Naturräume und verbindet gleichzeitig interessante Beobachtungspunkte: Man kann besondere Pflanzen entdecken oder Tiere beobachten und dabei ökologische Prozesse sehen und verstehen. Der Naturpark ist mit der Salzburger Lokalbahn ideal zu erreichen. Von den Zugangspunkten aus erkundet man die Au entweder auf eigene Faust oder bucht eine geführte Tour. Man kann sich zu Fuß auf den Weg machen oder mit dem Rad – auch Leihräder stehen zur Verfügung. Panoramakanzeln und gedeckte Beobachtungsstände ermöglichen besondere Aussichten und Anblicke. Didaktisch und visuell ansprechende Informationseinrichtungen unterstützen das Naturerlebnis und vermitteln vertiefende Einblicke. Neben einem Auenzentrum soll als erste Einrichtung für Besucherinnen und Besucher eine Auenwerkstatt entstehen. Kinder und Jugendliche erhalten hier die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes in die Au einzutauchen, geschulte Vermittlerinnen betreuen die Programme. Mensch und Natur sind hier kein Wiederspruch. Im Naturpark Salzachauen werden neben den Schutz- und Ruhezonen für die Natur auch von Anfang an Freiräume für den Menschen eingeplant.

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Datum: Donnerstag, 30. Oktober 2014 1:44
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Ein Kommentar

  1. 1

    Wir lassen uns vera… und keiner merkt es anscheinend…..
    Österreich hat Wasserkraft aufs Maximale ausgebaut – wenn Bayern ein leistungsstarkes Wasserkraftwerk bauen möchte und das von den Österreichern verhindert wird, wird das als gut befunden. Auf der anderen Seite möchte Österreich (Salzburg) ihren Energiehunger durch ein Geothermiewerk im Raum Laufen/Freilassing stillen….. (die Verträge bitte genau anschauen, sonst geht es uns so wie mit dieser Bank in Kärnten) Aber das Schlimmste ist die Nachricht vom 24.10.2014: die Atombehörde hat den Ausbau des AKW Temelin genehmigt! Bei einem Atomgau hilft uns dann der Naturpark Salzachau auch nichts mehr…..

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