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„Schwarzbau“ Ruhpolding: 2. Tekturplan wurde abgelehnt – Landratsamt muss entscheiden. Droht jetzt Rückbau wie beim ehemaligen Miesbacher Landrat Kreidl?

Schwarzbau RuhpoldingRuhpolding. Der Streit um nicht gehemigte Baumaßnahmen am Neubau eines Einfamilienhaus am Zellerberg in Ruhpolding geht in die zweite Runde.  Als besonders gravierend wird der klobige Fahrstuhlschacht aus Beton direkt vor dem Haus  angesehen. Dieser Schwarzbau“ erregt besondere öffentliche Aufmerksamkeit, weil die Bauherrin als Leiterin des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Abteilung Hochbau, vom Fach ist und eigentlich wissen müsste, dass man nicht ohne Genehmigung bauen darf.  Neben dem Fahrstuhlschacht gibt es noch weitere neun Gründe, warum auch der zweite Tekturplan abgelehnt wurde. Unter anderem soll die Höhe des Hauses um 1,2 Meter überschritten worden sein, das Gelände soll höher aufgeschüttet und an anderer Stelle abgegraben worden sein, was nicht der  Örtlichen Bauvorschrift zur Ortsgestaltung der Gemeinde Ruhpolding“ entspricht. Darin heißt es: Die topographische Situation soll durch bauliche Maßnahmen so wenig wie möglich verändert werden.“(oertlichebauvorschrifti.d.f.vom04.01.2012)

Zum Vergleich: Ehemaliger Landrat Kreidl muss Abweichungen der Baugenehmigung beseitigen

Vergleicht man beispielsweise diese unerlaubten Baumaßnahmen in Ruhpolding mit denen des ehemaligen Miesbacher Landrates, Jakob Kreidl, an seinem Wohnhaus in Fischbachau-Elbach, dann dürfte dem Landratsamt Traunsteins wohl auch nichts anderes übrig bleiben, wie es das Landratsamt Miesbach angedroht hatte. Dort hieß es, dass Kreidl bis Ende August Zeit hat, „das Wohnhaus entsprechend der Baugenehmigung umzubauen“. Ein Sprecher erklärte, dass man in den ersten Septembertagen eine Baukontrolle durchführen werde und „sollten dann immer noch Abweichungen von der Baugenehmigung vorhanden sein, werden wir die Beseitigung anordnen.“ (Siehe: Kreidl korrigiert Schwarzbauten)

Man darf gespannt sein, ob das  Landratsamt Traunstein ähnlich reagiert oder den Bau durchwinkt, wie es bespielsweise in Waging  geschah, als eine Wohnung wesentlich größer gebaut wurde.  In Waging ging es beim Neubau eines Wohnhauses  um eine Fläche von 19 Quadratmetern. Der Bau war  dem Bauherrn in Waging daraufhin vom Landratsamt eingestellt worden.  Als keine andere Lösung mehr in Sicht war,  löste es  Landrat Steinmaßl höchstpersönlich entgegen aller juristischen Bedenken,  so ähnlich wie bei einer Begnadigung durch den König. Im Waginger Bauausschuss wollten nur drei Gemeinderäte, dass die Gesetze eingehalten werden, die Mehrheit unter Federführung des 2. Bürgermeisters Christian Reiter aber votierte dafür, den Schwarzbau nachträglich zu genehmigen. Nicht so der Ruhpoldinger Gemeinderat. Er votierte einstimmig, dass die leitende Beamtin im staatlichen Bauamt Lackenbauer sich an die Gesetze halten muss. 

Frühere Artikel zum Thema:

Anleitung zum Schwarzbauen von höchster Stelle

Ruhpoldinger Schwarzbau: Heute läuft die Frist ab

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Datum: Mittwoch, 27. August 2014 20:06
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