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Strandbadbau in Musbach geht weiter

Landratsamt Traunstein beendet Baustopp

 

Salzachinsel geöffnet

Strandbad Musbach

Laut Aussagen der Gemeinde Petting wurde der Baustopp für das neue Strandbad in Musbach/Petting aufgehoben.  Der Tekturplan, vom Bauherrn nachträglich eingereicht, wurde von der Gemeinde Petting und vom Landratsamt Traunstein positiv beschieden und eine bestandsorientierte Genehmigung erteilt. Damit geht der Bau des Strandbades Musbach am Wiener Graben weiter.

Kommentar:

Wie viele Bauherren vor ihm, hat auch der Investor in Musbach anderes gebaut als ursprünglich genehmigt. Höher, schneller, weiter ist eben der Slogan unserer Zeit und wer sich viel leisten kann, kann sich auch viel erlauben. Zuerst erlaubt man sich was und dann wird es einem erlaubt. Jeder weiß das mittlerweile. Tatsachen schaffen und dann – mit dem nötigen Kleingeld, guten Beziehungen und ein wenig Geduld – den Stempel „genehmigungsfähig“ abwarten. Jeder kann falsch parken, wenn er sich den Strafzettel leisten kann. Man kauft sich sein Recht. Die Gründungsväter der Gewaltenteilung haben sich dies ursprünglich sicherlich mal anders vorgestellt. Es ist schon so normal geworden, dass es niemand mehr anders erwartet. Wer sich noch ehrlich an Baugenehmigungen hält oder sich einen Baustopp nicht leisten kann, ist selbst Schuld. Hierfür sind allerdings nicht die Privatinvestoren verantwortlich, sondern die Gemeinderäte und die Behörden.

Palmen-Strandbad-SalzachinselAuch die Naturschutzbehörden sind für die restliche Verwaltung lästige, aber zahnlose Tiger, denen man in regelmäßigen Abständen vorverdaute Mahlzeiten vorsetzen muss und ansonsten nicht von der Kette lassen darf. Die Bürger haben die Hoffnung auf Gerechtigkeit und „Gleichheit vor dem Gesetz“ angesichts der vielen Vorfälle schon aufgegeben. Was bleibt ist der Humor. Und so wird die „Salzachinsel“ (so heißt das neue Strandbad jetzt) zur „saL(z)achinsel“, mit den Palmen, dem Plastikelefanten und allem, was das Exotenherz erfreut. Übrigens: Petting ist im Seebündnis Teil der „Staatlich anerkannten Ökomodellregion“, die sich u.a. „einen anspruchsvollen Ökotourismus“ auf die Agenda gesetzt hat. Aber „anspruchsvoller Ökotourismus“ ist eben genauso auslegungsfähig wie die Bayerische Bauordnung. Wir bleiben dran.

 

Auch die Sendung „quer“ im Bayerischen Fernsehen hat kritisch darüber berichtet:

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Datum: Montag, 21. Juli 2014 21:34
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