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Erfolgreiche Petition: „Rettet endlich den Waginger See“
Mit 6558 Unterzeichnern unerwartet hohe Zustimmung

6558 Personen haben die Petition unterzeichnet, die meisten in der Region handschriftlich auf Unterschriftenlisten

6558 Personen haben die Petition unterzeichnet, die meisten in der Region handschriftlich auf Unterschriftenlisten

Die Reinhaltung des Waginger Sees liegt den Menschen sehr am Herzen

Kirchstein. Sektkorken sind keine geflogen, obwohl es sehr wohl gepasst hätte, als Agnes Thanbichler, Sprecherin von Attac-Rupertiwinkel, am Sonntag Abend in Kirchstein stolz das Ergebnis der Petition > „Rettet endlich den Waginger See“ bekannt gab. Insgesamt haben 6558 Personen unterzeichnet. 1818 Personen haben online unterzeichnet und rund um den Waginger See waren es 4740 Personen, die eigenhändig unterschrieben haben. „Für eine rein lokale Unterschriftensammlung sei das vergleichsweise ein sehr hohes Ergebnis. Das zeige, wie sehr den Menschen die Reinhaltung des Waginger Sees am Herzen liegt“, meinte Thanbichler.

Minister Brunner: „Eine Extensivierung der Flächen beziehungsweise eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft“ sei der richtige Weg > (6.12.2010)

Die Zuhörer überraschte Ulrich Kühn mit der Zeitungsmeldung, dass jetzt Minister Brunner dem See helfen will. „Eine Extensivierung der Flächen beziehungsweise eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft“ sei der richtige Weg für die Waginger Seeregion. „Der Minister habe auch die Einstellung, dass Ausgleichszahlungen für die Bauern notwendig seien, dort, wo es wegen der Extensivierung Ertragseinbußen gibt“. Diese frohe Botschaft schlug jedoch in Enttäuschung um, als sich herausstellte, dass dies eine Zeitungsbericht vom 6.12.2010> war, als die fünf Bürgermeister der Seeanliegergemeinden im Landwirtschaftsministerium vorsprachen. Da in der Sache im Verlaufe von über zwei Jahren nichts geschehen sei, hat die „Initiative Waginger See“, eine Gruppierung von attac-Rupertiwinkel, beschlossen mit Hilfe einer Petition Bewegung in die Seesanierung zu bringen.

Das „Manifest Waginger See“ der Bürgermeister geht in die richtige Richtung – aber die Finanzierung reicht nicht aus

Manifest Waginger / Tachinger See - Seenprogramm

Manifest Waginger / Tachinger See – Seenprogramm

Allgemein wurde begrüßt, dass sich endlich die sechs Bürgermeister dazu entschlossen haben, für den Waginger / Tachinger See ein Manifest der Seengemeinden> zu unterzeichnen, das in fast allen Punkten den Forderungen der Initiative Waginger See entspräche, das sie bereits vor drei Jahren veröffentlicht haben. „Bis auf einen entscheidenden Punkt, der noch immer fehlt, nämlich die angemessenen Ausgleichszahlungen an die Landwirte für Einkommenseinbußen durch extensive Bewirtschaftung“, unterstrich Thanbichler. „Wenn der effektive finanzielle Anreiz fehle, laufe die wohlgemeinte Absichtserklärung ins Leere.“ In diesem Punkt will die Initiative sich nicht selbstzufrieden zurücklehnen, sondern kämpft für die Landwirte. Die Initiative hat sich vorgenommen, wiederholt die Landwirte einzuladen, um ihnen deutlich zu machen, dass die Initiative sich für den Erhalt der 440 landwirtschaftlichen Betriebe einsetzt. Für sie ist das in der Vergangenheit vollzogene Sterben der Bauern mit dem Slogan „ Wachsen und Weichen“ , hin zu immer intensiverer Bewirtschaftung besonders in diesem sensiblen Seeeinzugsgebiet keine zukunftsfähige Option.

Auch die Bewerbung für eine Ökomodellregion> wurde begrüßt, weil dadurch auch das ökologische Bewusstsein in der Bevölkerung positiv beeinflusst werden wird. Nach Einschätzung der Initiative könnten sich der Anteil der Bio-Bauern von den derzeit knapp acht Prozent vielleicht verdoppeln, was in die richtige Richtung geht. Doch das reicht bei weitem nicht aus, den See zu sanieren. Vielmehr wird, wie in der Petition geschrieben steht, ein nachhaltiges Seesanierungsprogramm vom Staat gefordert, um den Nährstoffeintrag nicht nur kurzfristig, sondern langfristig zu reduzieren. Den Landwirten muss eine echte alternative und ökonomisch vertretbare Bewirtschaftungsmöglichkeit angeboten werden. „Dazu bedarf es einer effektiven Anschubfinanzierung und dazu muss man auch das nötige Geld in die Hand nehmen“, so Pfarrer Siegfried Fleiner.

„Ureigenste Aufgabe der bayerischen Regierung ist den See in einen guten ökologische Zustand zu versetzen und dafür das erforderliche Geld zur Verfügung zu stellen“

„Es darf mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht so kommen, wie mit der gesetzlich verpflichtenden Ausweisung von FFH-Gebieten, dass wegen Nichterfüllung von Meldungen am Ende täglich Millionen Euro an Strafe der Staat hätte zahlen müssen“ betonte die Biologin Ilse Englmaier. „Die Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist ein langwieriger Prozess, der nicht in zwei Jahren erfüllt werden kann, weil es bis zu 20 Jahre dauern kann, bis aus einem voll gedüngten Ackerboden eine Magerwiese entsteht. Deshalb müsse man jetzt sofort beginnen die nachhaltigen Maßnahmen einzuleiten. Im Fall des Waginger Sees, ist es die ureigenste Aufgabe der bayerischen Regierung den See in einen guten ökologische Zustand zu versetzen und dafür das erforderliche Geld zur Verfügung zu stellen.“

Entschlossenheit, Tatkraft und finanzielle Ausgestaltung erwartet die Initiative auch vom Bayerischen Staat

In diesem Zusammenhang wies Ulrich Kühn darauf hin, dass bereits seit 1989 in Baden-Württemberg ein erfolgreiches und vorbildlich durchgeführtes Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen> existiert, in Zusammenarbeit mit allen Behörden, Verbänden und Entscheidungsträgern und das von Wissenschaft und Wasserwirtschaft begleitet wird. „Wenn auch die Seen dort viel kleiner sind und mit der großen Dimension des Waginger Sees nicht vergleichbar sind, so zeigt es doch die feste Entschlossenheit, wirkungsvoll etwas tun zu wollen.“ Diese Entschlossenheit, Tatkraft und finanzielle Ausgestaltung erwartet die Initiative auch vom Bayerischen Staat.

Bürgerbeteiligung in Form einer Petition legitim

Einen breiten Raum nahm an diesem Abend auch die Kritik an attac-Rupertiwinkel durch Bürgermeisterin Haas* aus Taching und Bürgermeistern und Gemeinderäten aus anderen Gemeinden ein. Kühn verglich die Umstrukturierung der Landwirtschaft zu einer extensiven Landwirtschaft mit einer sehr schweren Geburt, die es ohne Wehen nicht geben könne, da gehöre natürlich auch Kritik dazu. „Die Kritik sollte jedoch sachlich bleiben und nicht zur Diffamierung führen, weil dies nicht weiterhilft. Leider ist das demokratische Verständnis, dass es legitim und von der Verfassung des Freistaates gewollt ist, dass sich Bürger mit einer Petition in die politische Diskussion einbringen, noch nicht bei allen Amtsträgern angekommen“, stellte Kühn fest. Ein anderer Teilnehmer meint, „dass zur echten Demokratie auch Bürgerbeteiligung gehöre und dass diese sich nicht alle paar Jahre auf ein Kreuz auf dem Wahlzettel beschränken dürfe.“

Unterschied zwischen Badewasserqualität und überdüngtem (eutrophen) See

Vielen Menschen ist der Unterschied zwischen Badewasserqualität und überdüngtem (eutrophen) See noch ein Rätsel. Dabei ist das ganz einfach, erklärte Kühn: „Wenn ich keinen Durchfall bei versehentlichem Schlucken von Seewasser bekomme, dann sind keine nennenswerte bakteriologische Verunreinigungen, wie Kolibakterien, im See und somit ist die Badewasserqualität in Ordnung. Wenn aber, wie zum Beispiel bei einem Urlauber aus Tübingen nach dem Baden im Waginger See in seiner weißen Badehose ein grüner Algenbelag zurück bleibt, dann ist eben der See eingetrübt durch die übermäßige Vermehrung von Algen, die durch die Überdüngung bedingt ist. Und dann besteht die Gefahr, dass auch toxische Blaualgen entstehen, die unter Umständen zur Sperrung von Badestränden führen können. Das will keiner! Aus Umweltgründen dürfen nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie keine Gewässer eutroph sein.“

Das weitere Vorgehen: Gespräch mit Ministerpräsident und Ministern und Weitergabe an den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtages

Inzwischen hat die Initiative einen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer geschrieben mit der Bitte, die Unterschriften im Rahmen eines Gesprächs und im Beisein der zuständigen Minister entgegen zunehmen, in der Hoffnung dass endlich nachhaltige und finanziell fundierte Maßnahmen in Form eines Sonderprogramms eingeleitet werden. Als weiteren Schritt will die Initiative die Petition auch an den Bayerischen Landtag leiten, damit sich neben den Ministerien auch der Bayerische Landtag mit der Waginger Seeproblematik befasst.

Video BR 19.8.2013: Abendschau der Süden: Streit um Wasserqualität>
* Artikel dazu: Taching: Nicht jeder muss Ökolandwirt werden> Traunsteiner Tagblatt (16.8.2013)

Autor:
Datum: Donnerstag, 22. August 2013 22:12
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3 Kommentare

  1. Andreas Remmelberger
    Freitag, 23. August 2013 9:52
    1

    Bei der Diskussion im Gemeinderat von Taching über die Beteiligung am Wettbewerb der Ökomodellregionen, hat Tachings 2. Bürgermeister Michael Kaiser behauptet, bei Region aktiv sei fast nichts herausgekommen. Das ist eine reine Unterstellung. Durch den Sieg beim bundesweiten Wettbewerb der Modellregionen, initiiert durch die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und weitergeführt durch Ihren Nachfolger Horst Seehofer, konnten in den Landkreisen AÖ, BGL, MÜ, RO und TS ca. 80 Projekte durchgeführt werden.
    Viele ehrenamtliche Bürger und Bürgerinnen haben mitgewirkt, um das Ziel, Wertschöpfung in der eigenen Region aufzubauen, zu erreichen.

    Über 20 dieser Projekte, die nicht auf einen Zeitraum beschränkt waren, laufen auch heute noch sehr erfolgreich und tragen weiter zur nachhaltigen Entwicklung der Region Chiemgau-Inn-Salzach bei. Bei vielen Projekten, wie dem IRS 18 (Informations- und Reservierungssystem für Südostoberbayern), den Benediktweg auf den Spuren von Papst Benedikt XVI, den Vogel- Beobachtungsstationen am Chiemsee und dem elektronischen Chiemgauer, ist den wenigsten bekannt, dass sie nur durch die Fördermittel von Region aktiv umgesetzt werden konnten.

    Mehrere Projekte von Region aktiv haben hohe Auszeichnungen erhalten. So hat zum Beispiel das Projekt von Bäuerinnen „Bauernland und Bauersleut“ neben dem bayerischen Innovationspreis 2004 auch den Bundeswettbewerb „Landwirtschaft schafft Kulturlandschaft“ gewonnen. Eines der nachhaltigsten Projekte von Region aktiv war, neben der Vermarktung regionaler Lebensmittel in vielen Edeka und REWE- Märkten, sicher die Fachwissenreihe für die Bauern und Bäuerinnen. Bei weit über 100 Veranstaltungen mit Teilnehmerzahlen bis zu 200 Interessierten konnte gezeigt werden, dass es jenseits von der Wachsen und Weichen- Strategie der offiziellen Beratung, auch interessante Ideen zum Überleben vieler bäuerliche Betriebe gibt.

    Eine Landwirtschaftsberatung, die nur darauf ausgerichtet ist, mit billigem ausländischem Kraftfutter und hohen Chemie- und Gentechnikeinsatz, möglichst billige Milch- und Fleischprodukte für den Weltmarkt zu produzieren, hat jede Berechtigung verloren, wenn sie dabei die Artenvielfalt, das Trinkwasser und unsere Seen und Flüsse in Gefahr bringt.

    Wenn es gelingt, dass die gegensätzlichen Parteien statt permanenter Schuldzuweisungen, gemeinsam an der Lösung der Nährstoffbelastung des Sees mitarbeiten, könnte der Wettbewerb der Ökomodellregionen für die Tourismusregion Waginger See eine große Chance sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Remmelberger

  2. 2

    Hauptursache für den Phosphateintrag dürften die drainierten Flächen sein
    Der Bauernverband mit dem Landwirtschaftsamt und die Attac mit ihrer Resolution, haben verschiedene Vorschläge, den See zu schützen. Aber wie soll der See vor Nährstoffeintrag wirklich geschützt werden?
    In den Tachinger See gelangen 1 Tonne Phosphor, in den Waginger See 18 Tonnen Phosphor. An beiden Seen wird ähnlich intensiv gewirtschaftet. An der Wirtschaftsweise kann es also nicht liegen. Würde es an der Wirtschaftsweise liegen müsste um den Tachinger See sehr extensiv und um den Waginger See sehr intensiv gewirtschaftet werden. Das trifft aber nicht zu. Der Eintrag an Phosphor muss andere Gründe haben.
    In einem dicken Buch „Phosphor“ wurde von der Regierung sämtliche Phosphorbewegungen in ganz Deutschland gemessen. Das Ergebnis war, dass in Waschmittel kein Phosphor mehr sein darf. Ein Ergebnis war sehr deutlich: Im Wald gelangen weniger wie 0,1 kg Ph/ha/Jahr ins Wasser. Bei Bio- oder extensiver Bewirtschaftung 0,25 kg Ph/ha/Jahr. Bei Intensiver Bewirtschaftung 0,30 kg Ph/ha/Jahr. Bei drainierten Flächen (entwässerten Flächen) 8 kg Ph/ha/Jahr. An der Grundaussage wird sich bis heute, wenig geändert haben. Wonneberg und die Flächen von Kirchanschöring, die in den See münden, sind fast ganzflächig drainiert. Das dürften ca. 1400 ha sein. 1400 ha x 8 kg = 11 Tonnen. Aus anderen Ursachen wie Moore, Oberflächenwasser von Straßen und befestigten Flächen gelangt noch zusätzlich Phosphor in den See. Damit kommen die 14 bis 18 Tonnen zusammen. Um den Tachinger See sind viele tiefgründige Böden und wenig drainierte Flächen. Um den Waginger See ist es anders. Es sind viele Flächen drainiert, weil der Boden oft anders ist: Dünne Humusschicht ( z.B. 8 cm) und darunter undurchlässige Schicht (Letten). Durch diesen Bodenaufbau mussten viele Flächen drainiert werden,damit eine Bewirtschaftung möglich ist. Wird nun Gülle ausgebracht und folgt Regen, wird die Gülle direkt durch senkrechte Röhren (Regenwürmer etc.) in die Drainagen und von da in den See geleitet. Um den Tachinger See ist es anders: In einer dicken Humusschicht (z.B. 30 cm) wird die Gülle zu Pflanzennährstoffen umgebaut. Die senkrechten Röhren werden jedes Jahr durch den Pflug unterbrochen. Die Nährstoffe gelangen auch nicht ins Grundwasser. Als Beweis, die saubere Quelle Tengling.

    Keine Gülle mehr auf drainierte Flächen
    Eine Änderung der Bewirtschaftungsweise oder wieder ein neuer Berater, können deshalb keinen Einfluss haben. Es müssen die Gründe behoben werden. Keine Gülle mehr auf drainierten Fläche. Damit wird das Problem nur verlagert. Grade für Biobauern ist Gülle der einzige Dünger. Ausbringung der Gülle in anderer Form oder Weise, damit es nicht in die Drainagen geschwemmt wird. Geeignet ist dazu der Schleppschuh. Die Grasnarbe wird aufgeschlitzt und die Gülle darin abgelegt und kann nicht mehr in die Drainagen ausgeschwemmt werden. Das System hat aber mehrere große Nachteile: Schon in der Landwirtschaftsschule haben wir gelernt: Die Grasnarbe soll nicht verletzt werden, weil dann der Ampfer wächst. Das Landwirtschaftsamt empfiehlt eine sehr intensive Wirtschaftsweise mit reinem Weidelgras. Möglichst dichter Filz durch viel Dünger. Durch das häufige Mähen kann sich das Weidelgras nicht mehr selber vermehren. Es muss deshalb so alle 3 Jahre wieder neu angepflanzt werden. Dabei kann auch der Ampfer kurz gehalten werden. Die Ausbringung der Gülle mit Schleppschuh ist auch ein großer technischer Aufwand. „Die Umwelt stinkt nicht mehr, dafür aber der Bauer!“

    Ich bin der Meinung, das Einschwemmen der Gülle sollte anders verhindert werden. Man könnte nur Festmist erzeugen. Der feste Mist wird nicht eingeschwemmt und die Jauche dringt schnell in der Boden und kann auch nicht in die Drainagen gelangen. Das ist aber keine Möglichkeit. Niemand will jeden Tag in den Stall gehen. Auch eine Tiefstallaufstallung bringt nichts. Konventionelle und Biobauern brauchen die Gülle damit das Gras wächst. Mist mit Stroh, ist dazu nicht geeignet.

    Ich hätte dazu einen anderen Vorschlag: Sämtliche Gülle aus Gebieten mit vielen Drainagen sollte separiert werden. Der Separierer ist eine Güllezentrifuge in der die festen und flüssigen Teile der Gülle getrennt werden. Der Gülleseparierer hat einen geringen Kraftbedarf mit etwa 3 kw/h und leitstet etwa 180 m³ /Tag. Es entsteht also ein trockener und ein flüssiger Teil. Den trockenen Teil können große überbetriebliche Miststreuer ausbringen. Den flüssigen Teil können übliche Güllefässer ausbringen. Investition wären eine zweite Grube und eine Mistplatte (soweit nicht eh schon vorhanden). Große Miststreuer sind genügend vorhanden. Den trocknen Teil kann der Regen wegen seinen Konsistenz nicht in die Drainagen einschwemmen. Der flüssige Teil dringt schnell in den Boden ein, wie Jauche. Er kann deshalb vom Regen auch nicht in die Drainagen geschwemmt werden.

    Als zweite Möglichkeit wäre, Nährstoffe, die schon in die Drainagen gelangt sind, nicht in den See zu lassen. Für Drainagen werden die Bäche als Vorfluter genützt. Von Bächen gelangen die drainierte Wasser in den See. Bei drainierten Flächen sollten die Bäche nicht als Vorfluter genutzt werden. Es sollte neben dem Bach jeweils ein Rohr verlegt werden und das Drainagewasser sollte in diese rinnen. Das Drainagewasser fließt dann in diesen in kleine Weiher, die mit Schilf und Röhricht bepflanzt sind. Nur diese Pflanzen können die gelösten Nährstoffe, umwandeln in Humus. Die Weiher sollten an Stellen sein, wo sie wenig stören. Das unbelastete Wasser kann dann in den See gelangen.

    Martin Poschner Wimpasing

  3. Martin Poschner
    Freitag, 6. Juni 2014 18:28
    3

    In der Zwischenzeit habe ich ein Gutachten von Fr. Buchmeier, zum Austrag aus Drainagen, um den Wagingersee gelesen und das auf Flächeneinträge umgerechnet. Mit den neuen Werten komme ich auf ganz andere Ergebnisse:

    Beim Bau des Ringkanals um den Tachinger- und Waginger See, und auch danach, wurde vom Wasserwirtschaftsamt, immer gesagt: „Für das Algenwachstum im See ist nur der Phosphorgehalt entscheident. Das Nitrat spielt keine Rolle“. Phosphor ist der begrenzende Faktor für das Algenwachstum.
    Jetzt musste ich in der Zeitung lesen: In Waging ist der Phosphorgehalt hoch und im Tachinger See ist der Nitratgehalt hoch. Beides wurde gegeneinander aufgerechnet.
    Diese Behauptung zeigt nur Unkenntnis oder es ist eine absichtliche Falschinformation.

    Der Nährstoffeintrag in den Waginger See beträgt 18 to Ph und in den Tachinger See 1 to Ph.,
    Bei meinen Berechnungen bin ich von 1400 ha Drainierten Flächen um Waging ausgegangen. Der Austrag daraus wurde damals mit 8kg Ph/ha/Jahr festgestellt.
    Die drainierten Flächen würden dann:1400 x 8 kg = 11 to Eintrag ergeben.
    Meine Zahlen stamen aber aus einem Buch “Phosphor” in dem die gesammten Phosphorbewegung in Deutschland bewertet wurden. Seit damals (1978) hat sich aber viel verändert:

    Die Phosphorvorräte auf der Welt sind aber sehr gering geworden. Phosphor ist deshalb sehr teuer geworden ( 1 dz Dünger, 100 €). Er wird deshalb nur mehr sehr wenig als Dünger verwendet. Der Phosphoraustrag aus den Drainagen müsste deshalb auch wesentlich weniger, wie 8 kg / ha / Jahr sein. Die großen Mengen Phosphoreinträge stammen daher nicht von den Bauern. Ich habe einen Verdacht. Die staatlichen Stellen sollen das überprüfen.
    Die Werte aus Drainagen lassen sich feststellen. Fr. Buchmeier hat dazu Untersuchungen gemacht. Das Ergebnis wurde nicht groß öffentlich bekannt gegeben. Durch Zufall bin ich auf eine Veröffentlichen eines Wasserwirtschaftsamt aus Österreich gestoßen, das die Ergebnisse der Messungen von Fr. Buchmeier ,zum Austrag aus Drainagen am Wagingersee, enthielt. Bei intensiver Nutzung hat Sie Werte von 109 g bis 1231 g/ ha pro Regenereignis festgestellt. Ich hab mir die Mühe gemacht die Werte auf durchschnittliche Flächenausträge umzurechnen:

    Bei fünfmal Gülle pro Jahr kann man mit 3 Regenereignissen rechnen. 109 + 1231 g : 2 =Ø 670 g/ ha x 3 = 2 kg Ph/ha/Jahr. Bei 5 mal Regen wären das 3,3 Ph/ha/Jahr. 1400 ha x Ø 2,5 Ph/ha/Jahr = 3,5 to Ph pro ha/Jahr
    1 to Ph + 3,5 to Ph = 4,5 to Ph. In den Waginger See gelangen aber 18 to. Ich habe eine Vermutung, woher die dann stammen.
    Bei extensiver Bewirtschaftung sind die Werte im Boden und in der Gülle sehr viel niedriger und damit auch die Austräge aus den Drainagen viel niedriger.
    Damit kann man aber auf Grünland nur Heu, bei zweimaligen Schnitt, ernten. Die Heuernte ist bei uns wegen der häufigen Niederschläge aber, sehr schlecht möglich. Oder eine extensive Weidenutzung. Eine Ertragreiche Silagenutzung ist mit solchen Werten nicht möglich. Bei Ackerland mit Kleegras, wäre das anders.
    Die Zahlen von Nährstoffeinträge gehen nach unten.

    Ich konnte in der Zeitung seit 1960 nur einmal lesen: Algen wären am See.
    Damals war Hochsommer und viele Wochen lang über 35 ° Hitze. Ich war als Junge oft am See. Am Strandbad waren keine Algen. Wenn man hinausgeschwommen ist, waren ab 300 m, einige Algen. So etwa alle 3 m, ein Auge. Die Algen dürften eher vom Badeöl der Gäste gekommen sein. Ich bin dann weitergeschwommen, bis Tettenhausen. Auf der ganzen Strecke waren aber keine Algen mehr. Ich habe mich gewundert, warum dann so was in der Zeitung steht.
    Ich bin dann am nächsten Tag mit dem Fahrrad rund um den See gefahren.
    Zunächst am Strandbad Tettenhausen, dann um Petting. Da fand ich nur einen schlechten, mit Schiff zugewachsenen Zugang zum See, aber auch keine Algen. Dann bin ich wieder Richtung Waging, zum Strandbad gefahren. Auch hier, keine Algen. Beim Algenwachstum muss es sich also ein sehr lokal begrenztes Ereignis gehandelt haben. Ich fand damals keine Algen. Damals gab es noch keinen Ringkanal und die Abwässer von einem Werk gingen voll in den See.
    Seitdem wurden alle Seeanliegergemeinden Kanalisiert und die Verwendung von Phosphor zur Düngung in der Landwirtschaft wurde auf eine kleine Menge reduziert.
    Der Phosphor kann nur aus Bergwerken (Lagerstätten) gewonnen werden und die Weltweiten Vorräte sind äußerst gering geworden. Phosphor ist viel im Klärschlamm von Menschen. Dieser wird aber auch verbrannt. Er steht von daher, auch nicht mehr zur Verfügung.
    Im Internet wird anscheinend ein Horrorszenario über das Algenwachstum am Wagingersee verbreitet. Viele Feriengäste glauben dem und kommen erst gar nicht. Das Horrorszenario vom Algenwachstum und gar Algenteppichen, entspricht aber keineswegs den Tatsachen.

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